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  Consell
 

Consell


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Consell hat etwa 2400 Bewohner und ist die viertkleinste Gemeinde der Baleareninsel. Bereits in Zeiten der römischen Besetzung war der Ort ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Gleich zwei der am meisten benutzten Straßen, trafen sich in Consell. Die wichtigste Carretera war aber wohl die Strasse von Palma nach Pollenca. Ein Wegekreuz stellte die wichtigste Achse für die damalige Rushhour, mit Karren und Pferden dar. (Gab es zu damaliger Zeit eigentlich noch keine Kreisverkehre? Ich hätte da einige Vorschläge gehabt.Klick) Die Städte oder Dörfer die das Glück hatten an einer dieser Hauptstrassen zu liegen, wurden durch den damit verbundenen regen Handel, schnell zu den reichsten Orten der Insel.

Heute hat der Ort, zumindest meiner Meinung nach, einen der schönsten
Kreisverkehre der Insel. Die Skulptur "Alegoria de la Vid" ist eine besondere Würdigung des Weinanbaus auf Mallorca. Der Künstler Manuel Coronado hat dieses schöne Kunstwerk geschaffen.

Alegoria de la Vid


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Consell war ein Ort der das Glück hatte um relativ wohlhabend. Während der arabischen Besatzung stieg der Bedarf an Transportwegen von Waren und Gütern nochmals wesentlich an. So entstand der Weg "Camí des Raiguer", der in den Westen der Insel führte. Durch die industrielle Revolution bekam auch Consell eine Eisenbahnlinie. Im Jahr 1875 wurde die Bahnstrecke von Alaro nach Consell eröffnet. Viele Jahre gehörte verwaltungstechnisch Consell zu Alaro, das war lange Zeit auch immer wieder ein Streitpunkt unter den Einwohnern. Auch wenn heute Consell eine eigenständische Gemeinde ist, sprechen einige ältere Einwohner immer noch nicht gerade in guten Worten über Alaro.

Da Consell an diesem strategisch wichtigen Ort stand, war er auch immer besonders schützenswert. Die Römer hielten immer an solchen Orten die wichtigen Ratsversammlungen ab und die nannten sie Consilium. Da hat der Leser auch gleich den Bezug zum Namen der Gemeinde Consell. In dem Verzeichnis der Orte der Insel, das nach den Römern von den christlichen Eroberern im Jahre 1232 n.Chr. angelegt worden ist, taucht der Name Conxell bereits auf.

In Consell ist das ganze Jahr ein recht mildes und angenehmes Klima. Zum Glück halten die Berge der Serra de Tramuntana die kältesten Winde ab. Auch für die Landwirtschaft war das natürlich ein Segen. Durch die Nähe zu Inca, Alaro und Santa María del Cami waren diese Wochenmärkte leicht erreichbar. Selbst heute noch findet der Besucher mitten in Consell Gemüsegärten und auf den Wiesen der Gemeinde weiden noch immer Schafe und Ziegen.

   
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Die Historiker sind sich relativ sicher, dass bereits in Zeiten der römischen Legionäre bester Wein angebaut wurde. Laut einigen Schriftsätzen sollen im 15. Jahrhundert dann auf dem Gemeindegebiet die meisten Rebstöcke von ganz Mallorca gestanden haben. Als allerdings im 19. Jahrhundert die Weinreben durch die Reblaus vernichtet wurden, war es mit dem Anbau erst einmal vorbei.

Im 18. Jahrhundert wurde das Landgut der Familie Ribes erbaut. Dieses Weingut produzierte auch damals schon die besten Weine. Zur Zeit der vorletzten Jahrhundertwende erwachte das Gut langsam wieder aus dem Dornröschenschlaf. Der Wein, der in der Bodega von Can Ribes gekeltert wird, hat die geschützte Bezeichnung „Denominacio d’Origen Binissalem“. Der Name bürgt für beste Qualität und eine ständige Kontrolle der hier angebauten Rebsorten. Die Winzer erhoffen sich damit, den gleichen guten Namen und den gleichen guten Wein wie schon einmal im 19. Jhdt. zu bekommen.

Der Schutzheilige des Ortes und der schönen Kirche Església de Nostra Senyora de la Visitació ist Sant Bartolome. Besonders sehenswert sind zwei Christusfiguren im gotischen Stil. Immer am 24. August, dem Namenstag des Heiligen, wird im Dorf gefeiert, was Haus und Hof so hergeben. Durch eine Spende der Familie Ribes konnten die bestehenden Gebäude der Kirche Anfang des 19. Jahrhunderts vergrössert werden. Ein Pfarrhaus wurde erbaut und mit einer großen Feier eingeweiht. Da die Bewohner wie überall auf Mallorca gerne ihrer Fiesta huldigen, wird ausgiebig auch an den folgenden Tagen und in den warmen Nächten weiter gefeiert.

Bereits 1890 wurde von den Gebrüdern Campins eine Schmiede gegründet. Als der Strassenverkehr noch von Kutschen und Karren bestimmt wurde, war eine Schmiede meistens immer im Zentrum des Ortes. Auch wenn heute kaum noch Pferde beschlagen werden, so ist die Schmiede immer noch in Betrieb. Jeder der ein besonders gutes Messer sucht, geht bei
Guillem Campins vorbei. Immer noch wird auf dem gleichen Amboss gehämmert und geformt. Egal ob Kunden nun Sicheln, Hacken oder Spezialmesser suchen, hier ist man goldrichtig und man bekommt messerscharf die besten Produkte.

Doch Consell ist auch schon immer für seine guten Möbelschreiner bekannt gewesen. Viele der Möbel, die heute in den Antiquitätengeschäften auf der Insel teuer verkauft werden, sind von Meistern aus Consell erschaffen worden. Die meisten Häuser auf der Insel haben außerdem tragende Holzbalken aus den Lagern in Consell. Holz war und ist im Ort immer noch eine wichtige Einnahmequelle.

Besonders das Olivenholz hat es Bernat Fiol angetan. Sein Unternehmen produziert seit 45 Jahren mehr als 400 verschiedene Gegenstände aus dem schönen Holz. Da das Olivenholz keine Poren
hat ist es vielseitig verwendbar. In der mallorquinischen Küche ist Olivenholz ein gerne genommenes Material wenn es um Bestecke, Salatschüsseln oder Serviettenhalter geht.

In Consell findet seit einigen Jahren jeden Sonntag ein grosser Trödel- und Flohmarkt statt. Besucher kommen aus allen Teilen der Insel, um über den Trödelmarkt zu schlendern und um Kitsch und Kunst, Altes und Neues, Brauchbares oder auch nicht so Brauchbares zu kaufen. Die meisten sind aber wohl die Sehleute, die halt nur um zu schauen den Weg nach Consell finden. Häufig fällt dann aber doch eine Kleinigkeit ins Auge und man greift bei Preisen die immer auch verhandelbar sind, gerne doch mal in die Geldbörse um sein Schnäppchen dann zu bezahlen. Auch wir sind schon des öfteren fündig geworden und haben das ein oder andere Schmuckstück ergattern können.

Einfahrt zum Flohmarkt                              Angebot und Nachfrage

         
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Der Flohmarkt hat wieder Leben in das stille Dorf gebracht. Er erinnert in seiner multikulturellen Art ein wenig an die alten Zeiten, als sich die römischen Strassen in Consell kreuzten und es zu einem kleinen Handelszentrum gemacht haben. Zumindest der Strassenverkehr ist am Sonntag wieder so groß, dass man sich manchmal fragen muss, wie komme ich auf die andere Straßenseite. Zum Glück sind heute einige Ampelanlagen im Ort, die für den Fußgänger die sicherste Gelegenheit zur Überquerung der Strasse bieten.

 
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