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  Costitx
 

Costitx


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In der Gemeinde Costitx leben ca. 1000 Einwohner. Die Männer nennen sich „Costitxer“ und die Frauen sind „Costitxera“. Manche sagen zwar, dass Costitx nicht viel zu bieten hat, wir sehen das anders. Wer Costitx kennt, nennt es gerne ein Kleinod Mallorcas, mit einigen schönen und sehenswerten Blickpunkten.

                 Rathaus                                         Büste von Margalida Amengual
    

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Margalida Amengual wurde 1853 in Costitx geboren und verstarb im Jahre 1919. Wer oder was war diese Frau, von der ich das erste mal gehört habe. Margalida war eine sehr gläubige und fromme Frau, die sich sehr um das Wohl ihrer Mitmenschen verdient gemacht hat. Sie verbrachte aber auch viel Zeit mit Gebeten, sowohl am Tag als auch in der Nacht. Selbst physisch erlebte sie die Schmerzen Christi in ihren Ekstasen und mystischen Episoden und Erscheinungen der Jungfrau Maria. Oft wiederholte sie den Satz: " Alles für Deine Liebe, mein Jesus". Sie wurde von Papst Benedikt XVI 2008 selig gesprochen.

Im 17. Jahrhundert erfährt die Gemeinde einen bedeutenden Bevölkerungsanstieg. Im Jahre 1812 setzt ein langwieriger Prozess ein, der die Unabhängigkeit gegenüber
Sencelles zum Ziel hatte und erst 1855 unter Verlust der Ansiedlungen von Jornets, Binifat und Ruberts zum Ende kommt.

Impressionen
  
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Die Entdeckung von 18 archäologischen Vorkommen im Umkreis der Gemeinde zeugen davon, dass die Gegend schon in prähistorischen Zeiten (Talayot-Kultur) besiedelt war. Die talayotischen Stierköpfe aus Bronze "Caps de Bou de Costitx" sind besonders wertvolle Funde auf dem Gelände des Landgutes Son Corró. Später, während der arabischen Herrschaft, gehörte Costitx dem Bezirk von "Qanarusa" (Canarrossa) an.

Mit der Eroberung Mallorcas durch den König Jaume I. wurden die einzelnen Kreise dem Vizegrafen von Bearn, Gastó de Montcada, übertragen, der seinerseits die Ansiedlung um Costitx an Arnau de Santacília abtrat. Im Anschluss wurde Costitx Pfarrbezirk für die ganze Gemeinde von Canarrossa, bis im Jahre 1238 das Pfarramt an Sencelles übertragen wurde.

Església La Mare de Déu de Costitx
 
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1895 wusste fast niemand auf Mallorca von den prähistorischen Costitxer Funden wie der Caps de Bou, den Spatzen, Adlern aus Bronze, Keramik und punischen Halsketten. Eine spanische archäologische Kommission bat den Eigentümer des Grundstückes, weitere Ausgrabungen zu erlauben und das Areal für Unbefugte zu sperren. Damals sprach das Gesetz dem Eigentümer des Fundortes eine Zahlung für die entdeckten Objekte zu, welcher in diesem Fall prompt die damals stolze Summe von 700 Duros (3.500 Pts.) für den Fund verlangte. Eine Menge Geld, wenn man bedenkt, dass der Tageslohn eines Arbeiters höchstens eine Pesete betrug.

Die drei bronzenen Caps de Bou (Stierköpfe) stammen aus dem 6. bis 5. vorchristlichen Jahrhundert. Einer davon ist so groß wie das natürliche Vorbild, die beiden anderen Stücke sind kleiner. Alle sind in einem Stück gegossen und haben eine frappierende Detail- und Naturtreue gemeinsam: Augen, Hörner, Maul und Nüstern der Stierköpfe wirken fast, als hätte der Künstler einem Stier eine Maske abgenommen. Große Ähnlichkeit mit Funden auf Sardinien und Malta, in Persien, Portugal und Griechenland. Das bedeutet, dass die balearischen Ureinwohner, von denen es leider keinerlei schriftliche Überlieferungen gibt und die in bekannten Schilderungen von griechischen und römischen Schreibern stets als primitiv bezeichnet wurden, schon in der Frühzeit regen Kontakt mit anderen Kulturen gepflegt haben müssen. Der Stierkult war im Mittelmeerraum schon in frühester Zeit bekannt. Bereits im alten Ägypten finden sich Stierkulte, Fresken im Palast von Knossos auf Kreta (ca. 1500 v. Chr.) zeigen die Verbindung.

Der mittellosen archäologischen Gesellschaft gelang es nicht, die Summe aufzutreiben. So schalteten sie die spanische Presse ein und es gelang ihnen, dass die Stierköpfe nicht an Kunsthändler verkauft wurden und für immer von der Insel und aus Spanien verschwanden. Zwei Mallorquiner, beide nicht aus Costitx, setzten sich mit der Zentralregierung in Madrid in Verbindung und erreichten, dass die Funde ins dortige Nationalmuseum gelangten.

So schien es damals, als hatte Costitx seine Wahrzeichen auf immer verloren. Erst die Bürgermeisterin Maria Antónia Munar hat sich unermüdlich dafür eingesetzt, diese für die Geschichte Mallorcas so wichtigen frühgeschichtlichen Funde wieder nach Costitx zurückzubringen. 1995 wurde das Santuari de Son Corró restauriert und die eindrucksvollen Stierköpfe schmücken es seit her.

Übrigens, gefeiert wird auch in Costitx immer wieder gerne.

Firas i Festes

 

Noch nie war Costitx auf Mallorca den Sternen so nah. Dort wurde nämlich vor vielen Jahren bereits ein in Europa damals einzigartiges Planetarium eröffnet.

Vorführraum der Medienkuppel

©Danyel André

Wunderschöne Bilder von tausenden nah und entfernt gelegenen Sternen, werden durch die Teleskope in Realzeit an den künstlichen Himmel geworfen. Dieser Blick in das unendliche Universum verrät einem, welche kleine Rolle eigentlich unsere Erde spielt. Das Planetarium wurde neben dem bereits bestehenden Observatorium errichtet, wodurch Costitx zu einem für die Astronomie bedeutsamen Ort wird. Leider konnte ich bei meinem Besuch im Juni keinerlei Hinweise für Besuchszeiten finden.

Nachricht vom 31.07.2013:
Quelle: El Aviso
Die Sternwarte in Costitx im Zentrum Mallorcas hat eine sehr starke Supernova entdeckt. Die SN 2013dv befindet sich in einer Galaxie welche 575 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Sie bewegt sich mit 11.500 km pro Stunde. Als Supernovas bezeichnet man die letzte Explosion am Ende der Lebenszeit eines Sterns, die sich durch ein besonders helles Aufleuchten erkennen lässt.. Entdeckt wurde der explodierende Stern von einem automatisierten Programm des Observatorio Astronómico de Mallorca (OAM)

Den Sternen so nah
   
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Jedenfalls wird der Besuch des Planetarium mit einem Gang durch das Observatorium abgerundet, welches einen imposanten Saal mit zehn Wanderteleskopen beherbergt.

Jedes Jahr um den 11. August herum findet eine besondere Veranstaltung statt. Sternengucker freuen sich schon lange vorher auf diesen Abend und ganz besonders auf die Nacht. Gemeinsam mit Freunden und/oder der Familie verbringt man die Zeit auf dem Gelände der Sternwarte, um dieses Naturschauspiel zu sehen. Sobald es dann richtig dunkel geworden ist, gibt es jede Menge Sternschnuppen zu bewundern. Die Besucher bringen Lebensmittel, Luftmatratzen, Teleskope etc. mit, um dieses schöne Ereignis an diesem erstaunlichen Abend zu genießen. Der Meteoritenschauer hat seinen Ursprung im Sternbild Perseus und erreicht immer in der Nacht vom 10. auf den 11. August seinen Höhepunkt. Unter anderem ist dieser Tag auch ein kirchlicher Gedenktag. Der mallorquinische Volksmund bezeichnet diese Sternschnuppen deshalb gerne auch als "Tränen des heiligen Laurentius"
. (Las lágrimas de San Lorenzo)

Manch einer hofft auf die Erfüllung von Wünschen, wenn er eine Sternschnuppe sieht. Natürlich darf man seinen Wunsch niemandem mitteilen, nur dann geht er auch in Erfüllung. Ein sachlicher Mensch lässt sich auf derartige Spekulationen nicht ein, der Romantiker unter uns aber gerät vielleicht ein wenig ins Träumen und hofft weiter. 


Wer war denn der heilige Laurentius? 

Vor etwa 1750 Jahren war Laurentius einer der wichtigsten apostolischen Nuntiusse der katholischen Kirche in Rom. Seine Aufgabe würde man heute wohl als die eines Schatzmeisters bezeichnen. Nachdem Valerian, der römische Kaiser und Christenverfolger, Papst Sixtus II. hatte enthaupten lassen, wurde Laurentius aufgefordert, die gesamten Schätze der Kirche herauszurücken. Doch der soll, so besagt es jedenfalls die Legende, das viele Gold an die Hilfsbedürftigen verteilt und anschließend alle Armen und Kranken der Stadt im Kaiserpalast versammelt haben. Auf Befehl des Kaisers wurde Laurentius daraufhin bei lebendigem Leibe auf einem glühenden Eisenrost zu Tode gefoltert und starb als Märtyrer am 10. August 258, jenem Tag im Jahr also, an dem sich die Erde gerade inmitten des sommerlichen Meteoritenstroms der Perseiden befindet. "Du armer Mensch, mir ist dieses Feuer eine Kühle, dir aber bringt es ewige Pein", waren der Erzählung nach seine letzten Worte.

Heute ist der heilige Laurentius unter anderem Schutzpatron der Köche und Bierbrauer. Bei Hexenschuss, Ischias und so mancherlei Hautleiden soll er auch angerufen werden können. Ich jedenfalls wünsche allen eine wohltuende Linderung, egal ob mit oder ohne Hilfe.
Falls das nicht reicht finden Sie wenn Sie den folgenden Link nutzen eine Auflistung der wichtigsten Telefonnummern und Adressen.

 


 
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