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  Das Gespenst von Concas
 

Sa pó de Concas

Das Gespenst von Concas  (Puigpunyent)

Lange bevor es auf Mallorca schneite ging das Gerücht, dass in Concas ein Gespenst umhergehe und niemand wollte dort übernachten.

Schließlich fand man aber doch einen kühnen Mann der sich bereit erklärte eine ganze Nacht dort zuzubringen. Sein Verlangen war aber, dass man ihm eine grosse Wurst gebe die er in der Nacht in dem grausigen Ort gedörrt essen könne. Dann würde er ja sehen, was oder wer das Gespenst sei.

Man gab dem Mann gerne die Wurst und er ging daraufhin weg. Wie er bei dem betreffenden Haus in Concas angekommen war, betrat er das Innere und ging bis zum Feuerherd, wo er schnell ein starkes Feuer machte, um sich zu wärmen, da es Winter war. Als das Feuer schon glühende Kohlen gemacht hatte, fing er an, dicke Schnitten von der Wurst abzuschneiden und sie auf das Feuer zum rösten zu legen. Während er nach einiger Zeit die erste Schnitte verzehrte, hörte er eine Stimme von oben aus dem Kamin, welche sagte:

– Ich falle, ich falle

– Falle, antwortete er, wer auch immer du seiest. Du sollst in Stücke fallen!

Kaum hatte er diese Worte gesprochen fiel aus dem Kamin vor seinen Augen das Bein eines Mannes herab.

Er aber achtete nicht darauf und fuhr fort seine Wurst zu essen.

Nach kurzer Zeit hörte er wieder:

– Ich falle, ich falle.

– Falle, antwortete er, wer auch immer du seiest. Du sollst in Stücke fallen!

Und sofort fiel ein anderes Bein eines Mannes herab.

Wie als wenn nichts gewesen wäre fuhr der Mann wiederum fort seine gedörrte Wurst zu essen.

Nach einer Weile hörte er dieselben Worte wieder:

– Ich falle, ich falle.

– Falle, antwortete er, wer auch immer du seiest. Du sollst in Stücke fallen!

Und es fiel ein Arm und dann ein anderer, und in kurzer Zeit immer dieselben Worte wiederholend, fiel auch noch ein Rumpf herab von einem menschlichen Leibe. Nun, was wird das sein, dachte der Mann und fuhr abermals fort zu essen, als er von oben aus dem Kamin dasselbe, aber stärker und flehentlicher wie die früheren Male hörte:

– Ich falle, ich falle, ich falle.

– Falle, antwortete er, wer auch immer du seiest. Du sollst in einem ganzen Stücke fallen!

Und sogleich fiel ein Kopf herab und wie derselbe auf den Boden fiel, fügte sich alles, was gefallen war, aneinander, und es bildete sich ein ganzer und lebendiger Mann.

Als er denselben sah, fragte er ihn:

– Was wünschet ihr in Gottes Namen?

Aber jener Mensch, ohne ihm eine Antwort zu geben, setzte sich am Feuer, neben ihm nieder.

– Wir werden schon sehen, dachte er sich und begann eine andere Schnitte Wurst zu dörren. Als er sie geröstet hatte und im Begriffe war zu essen, befeuchtete jener Mensch sich den Finger mit Speichel und Asche und beschmutzte ihm die Wurst.

Als er das sah, sagte er:

– Beschmutzet mir nicht mehr die Wurst, sonst gebe ich euch eine Ohrfeige.

Aber jener Mensch gab ihm wieder keine Antwort und wartete bis er ein anderes Stück Wurst dörrte.

Kaum er dieselbe wieder gedörrt hatte, befeuchtete er wieder den Finger mit Speichel und Asche und beschmutzte sie ihm ebenfalls.

Der Mann wandte sich daraufhhin zu der seltsamen Gestalt und gab ihm eine schallende Ohrfeige, die den Mann auf den Rücken fallen liess. Nun stand der Mann auf und sagte zu ihm:

– Brüderchen danke. Es waren sieben Jahre die ich im Fegfeuer zubringen musste weil ich im Leben meinem Vater eine Ohrfeige gegeben hatte. Ich konnte nicht in den Himmel kommen, bis man mir auch eine solche gegeben hatte. Jetzt dürft ihr sicher sein, dass hier kein Gespenst mehr erscheinen wird.

Und er verschwand durch das Kaminloch.

Der Mann ass nun in Ruhe seine Wurst fertig und kehrte in der Früh nach Hause zurück und sagte allen, dass das Gespenst nun für alle Zeiten verschwunden sei. Und auch nach langer, langer Zeit ist der Mann nicht mehr aufgetaucht und die Menschen von Concas hatten für alle Zeit ihre Ruhe.

 
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