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  Der Philosoph
 

Der Philosoph und der Hirte

Ramon Llul ist einer der bekanntesten Persönlichkeiten auf der Insel. Der Philosoph und seliggesprochene Ramón wurde im Jahr 1232 auf Mallorca geboren. Hier lebte, arbeitete und verfasste er die meisten seiner Werke. Weit über die Inselgrenzen hinaus versetzten die Gedanken des einfachen Mannes, auch in der heutigen Zeit, noch viele Gelehrte in Erstaunen.

Die mallorquinische Legende erzählt, dass er sich angewidert fühlte von der Dekadenz seiner Mitmenschen und sich alsdann in eine Höhle
am Puig de Randa zurückzog, um dort zu meditieren und zu schreiben. Durch einen seltsam aussehenden Strauch wurde der Eingang der Grotte gut versteckt. Allein und abgeschieden wollte der Philosoph den wichtigen Dingen des Lebens hier auf den Grund gehen.

Viele Tage und Wochen vergingen in Ruhe und Konzentration. Nur die schöne Natur und die Sonne waren seine Zeitmesser. Aber eines Tages wurde er von Lärm am Eingang der Höhle aus seinen Studien heraus gerissen. Ein junger Hirte aus dem Dorf ist einem Lamm gefolgt, welches sich verlaufen hatte und nun sehr froh war, es wieder gefunden zu haben.

Höflich und freundlich begrüßte er Ramon Llul und er fragte diesen, ob er wirklich so arm sei, wie man sich im Dorf erzählt und darum in dieser Höhle lebt und um Almosen bittet. Der Philosoph antwortet: „Ich bete hier zu Gott, damit er mir helfe, Dinge zu verstehen, die mir noch unverständlich sind …“ Mit dieser Antwort begann eine längere Unterhaltung zwischen zwei völlig unterschiedlichen Menschen.

Der Hirte befragte den Denker zu seiner Haltung zu allerlei Themen, dieser antwortete und hörte dann aus dem Mund des jungen Mannes neue Sichtweisen und Erklärungen verschiedener Ideen und Konzepte. Einige Fragen, für die Ramon Llull bisher keine Antworten gefunden hatte, erschienen ihm nun durch die ganz selbstverständlichen Erklärungen des unbekannten Jungen einfach und einleuchtend. Die Legende erzählt, dass der Hirte von Gott zu dem frommen Denker geschickt worden war, damit dieser sich zum Stolz aller Mallorquiner entwickeln konnte, wie es dann auch tatsächlich geschah.

Wer heute am Puig de Randa wandert und dabei die Augen offenhält, kann hier Sträucher finden, die seltsame Blätterformen aufweisen. Ein wenig erinnern sie an orientalische Schriftzeichen. Genau wie die Sträucher, die die Höhle des Gelehrten versteckten. Auch seine Schriften verfasste Ramon Llul sowohl in katalanischer, als auch in arabischer Sprache.

 
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