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  Die Delfinfrau
 

Die Frau des Königs der Delfine

Es war in der Zeit lange bevor es auf Mallorca schneite, als eines Tages eine schöne junge Frau sich auf den Rücken eines vorbeiziehenden Delfins setzte  und mit ihm davon schwamm.  Sieben Tage und sieben Nächte dauerte die Reise, bis sie letztendlich vor dem Eingang einer Höhle ankamen.

„Wenn du willst beginnt hier auch dein Reich“, sagte der Delfin zu ihr, denn er war der König der Meeressäugetiere. „Aber es liegt unter Wasser und wenn du es wünschst, könnte ich dich in eine Delfinfrau verwandeln, damit du mich in mein Land begleiten kannst.“ Gesagt, getan: Der König der Delfine warf die Frau in die Luft, dass sie fast bis zur Decke der Höhle flog, und als sie wieder im Wasser versank, da war sie auf einmal eine Delfinfrau.

Gleich darauf tauchten die beiden hinab, kamen in eine hell erleuchtete Stadt und ließen sich in einem wunderschönen Palast nieder. So lebten  sie glücklich immerdar, und wenn sie nicht gestorben sind…..

Doch halt – wie das in Märchen so ist, gab es auch hier jemanden, der ihrem gemeinsamen Glück im Wege stand: Denn unsere verzauberte Delfinfrau hatte einen Bruder und liebte diesen sehr. Dieser Bruder aber war ein Fischer und lebte mit einer Prinzessin zusammen, die auf wundersame Weise zu ihm gefunden hatte. Doch da ihr Vater, der böse Landkönig, ihnen kein friedliches Leben gönnen wollte, ließ er seine Tochter eines Tages, als der Fischer auf dem Meer war, entführen. Tieftraurig saß der Einsame nun am Strand, blickte hinaus in die rabenschwarze Nacht und weinte gar bitterlich.

Als seine Schwester von seinem Elend hörte, ersann sie eine List. Obwohl ihr Mann Angst hatte, dass sie nicht mehr zu ihm zurückkehren würde, wenn sie wieder unter den Menschen sei, versprach er, ihr bei ihrem Plan zu helfen und verwandelte sie erneut. Daraufhin begab sich seine Frau an Land, begehrte sofort Einlass bei dem bösen König und wurde auch tatsächlich vorgelassen: Sie sei eine Prinzessin, behauptete sie, die durch die Welt reise, um sich die Länder anzuschauen. Ihr Vater aber sei ein Kaiser von sieben Reichen.

Schnell ward der böse König von der falschen Prinzessin angetan. Und ganz egal, ob er sich nun mehr von ihrer Schönheit oder doch mehr vom Reichtum ihres Vaters blenden ließ – jedenfalls folgte er ihr auf ein Schiff, um mit ihr in jenes sagenumwobene Reich zu reisen und dort beim Kaiser um die Hand der Prinzessin anzuhalten.

Unterwegs aber wurde der Himmel schwarz und immer schwärzer, denn der Delfinkönig stand mit wundersamen Mächten im Bund. Die Wellen schlugen immer höher, der Wind wehte fürchterlich, Regen peitschte und mit einem entsetzlich anzuhörenden Donnerschlag brach das Schiff entzwei, so dass der böse König in hohem Bogen ins Wasser flog. Dort aber wurde er Landkönig vom König der Delfine aufgefangen, während sich die falsche Prinzessin ein letztes Mal zurückverwandelte. Als Lohn für seine Rettung musste der böse König den beiden hoch und heilig versprechen, seine Tochter dem Fischer zurückzugeben – anderenfalls werde er den Fischen als Futter vorgeworfen.

Notgedrungen willigte der König in den harten Handel ein, kehrte an Land zurück und kam so doch noch zur Vernunft. Schließlich setzte er sogar den Fischer als seinen Erben ein, und in den darauffolgenden Jahren vergnügte er sich spielend mit seinen Enkelkindern.

Der König der Delfine und seine Frau aber lebten nun wieder in ihrem Meerespalast. Ob auch die beiden später noch Kinder bekamen, ist nicht gewiss. Gewiss ist nur, was auch für dieses Märchen gilt: Ein glückliches Ende.

 
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