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  Es Capdella
 

Es Capdella


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Dieses Bergdorf am Puig de Galatzo kennen bestimmt nicht viele Urlauber. Einen Besuch wert ist dieses schöne Fleckchen auf Mallorca aber allemal. Verwaltungstechnisch gehört dieser Ort und seine Einwohner zur Gemeinde von Calvia. Im 17. Jhdt. siedelten sich hier die Arbeiter der umliegenden Gutshäuser an.

                Idylle                                    Ortsansicht                                 Garten mit Brunnen

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Wer sich die Zeit nimmt und ein wenig durch die kleinen Gassen und Winkel des Ortes geht, entdeckt bestimmt viele kleine Sehenswürdigkeiten. Oder ruhen Sie sich im kleinen Park an der Hauptstrasse mit einem schönen Wasserspiel ein wenig aus und lauschen dem beruhigenden Plätschern des Wassers. Falls Sie das ein oder andere einkaufen möchten, besuchen Sie doch einmal den Supermercat "Sa Boriga den Lluis". Nicht nur die äussere Fassade wird Ihnen gefallen, auch das Angebot und die Preise sind überraschend umfangreich und preiswert. 

Springbrunnen                                       Supermercat
    

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Als gern genommener Wohnsitz mit vielen unterschiedlichen Landsleuten hat sich der Ort aber zu einem kleinen Geheimtipp gemausert. Immerhin sind bei etwa 1000 Einwohnern 80 verschiedene Nationalitäten ansässig. Frei übersetzt könnte man den Namen des Örtchens mit "am Ende der ...(Welt)" oder "am entferntesten Punkt" übersetzen. Im 18. Jhdt. stiftete Antoni Barcelo hier eine Kirche und benannte sie Es Capdella. Geweiht ist die Karmeliterkirche der Virgen del Carmen.

Esglesia de Virgen del Carmen
        

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Er stammte aus der Gegend und war ein bekannter Kommandant der königlichen spanischen Flotte und ein erfolgreicher Kämpfer gegen die damals häufig einfallenden Piraten.

Pou Nou                                                Rathaus
  
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Am Ortsausgang in Richtung Paguera entdecken wir noch den Pou Nou. Erbaut etwa im 18. Jhdt. versorgte er bis vor einigen Jahren die Bevölkerung mit frischem Wasser. Wer gerne Garnelen mag, geht am Besten in die Bar Nou. Mallorquinische Küche zu erschwinglichen Preisen und in netter Atmosphäre erwartet den Besucher. 

Heute wird das Bergdorf gerne als Ausgangspunkt für Naturwanderungern in die nähere Umgebung genommen. Auch Pilzsammler kommen hier auf ihre Sucherfolge. Aber Vorsicht: manchmal sind Jäger unterwegs, die auf der Suche nach den verwilderten Bergziegen sind. (Es wird scharf geschossen)

Giftig oder nicht giftig, das ist hier die Frage
   
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Wenn Sie auf der Straße nach Galilea unterwegs sind und es hat vorher sehr stark geregnet, können Sie eventuell das Naturwunder der Fonts Ufanes bewundern. Aus vielen Quellen sprudelt dann das vorher gefallene Wasser wieder aus dem Boden hervor und bietet ein unvergessliches Schauspiel.


© Antoni Sureda

Oder besichtigen Sie die Finca Galatzo. Seit einigen Jahren kann man hier ein stattliches Herrenhaus besichtigen. Auch von hier aus können Sie eine lehr- und abwechslungsreiche Wanderung starten, um Mallorcas Natur näher kennen zu lernen.

Eine Geschichte oder Legende erzählt hier folgendes:

Jedes Jahr am 21. Juni reitet die ruhelose Seele des Conde de Formiguera, (Spitzname Graf Böse) auf einem feurigen Pferd in lodernden Flammen durch die dunkle Nacht. Mal sind die Flammen gelb, manchmal grün, je nachdem wer die Legende erzählt. Der Graf lebte vor langer Zeit in Santa Margalida und befand sich mit den Bewohnern seiner Ländereien häufig wegen Steuerabgaben im Streit.
Alte Überlieferungen besagen, dass der Edelmann keinerlei Mittel gescheut hat, um seine Macht auszuüben und das Volk zu unterdrücken. Nach einer Reihe von Bluttaten, die ihm zugeschrieben wurden, flüchtete sich der Graf auf seine Ländereien am Fuß des Puig de Galatzó. Schauen Sie also beim nächsten Besuch einmal genauer hin, wenn Sie zur Sonnenwende auf der Insel sind.

Eine andere Variation der Geschichte ist diese:

Als Raufbold gehörte Ramón Zaforteza zu den ungeliebten Zeitgenossen. Sein Leichnam soll bei der eigenen Totenwache in dichten Schwefelwolken entschwunden sein. Schon zu seinen Lebzeiten ist "Don Ramon" mit der Hölle einen Pakt eingegangen. Der Teufel persönlich soll ihm dabei geholfen haben, neben seinem Wohnhaus in Palma einen Turm zu bauen. Soweit so gut, aber von hier aus beobachte er stundenlang eine hübsche Nonne aus dem Kloster Santa Clara. Und das ist nun einmal nicht die feine mallorquinische Art. Auch pflegte er Bräute vor der Hochzeitsnacht auf einem grünen Pferd zu entführen. (Kommt da etwa der auch in Deutschland gerne durchgeführte Brauch der Brautentführung her?) Da er auch seine eigene Frau Doña Francina nicht eben galant behandelte, muss er nun für alle Zeit auf seinem grünen Pferd am Berg Galatzo herumgeistern. Eine dunkle Kammer seines Landgutes heißt auch heute noch Geisterkammer.

Welche Variation Sie bevorzugen, bleibt alleine Ihnen überlassen. Schön sind meiner Meinung nach beide Geschichten. Vielleicht ist es auch eine Mischung aus Beiden. Wer weiß schon, was vor langer Zeit hier geschehen ist.

Sein kompletter Name war:
Ramon Zaforteza Pax-Fuster de Villalonga y Net, Graf von Santa María de Formiguera und Herr über die Gebiete von Hero, Santa Margalida, Alcudia, Maria del Cami, Puigblanch, Castellet und Tanca. Er lebte von 1627 bis 1694 in der Finca Galatzo. Auch heute kann man manchmal noch in mallorquinischen Kinderzimmern die Worte hören: "Mira que vindra es Comte Mal", was soviel heißt wie: "Wenn du so weiter machst wirst du schon sehen, dann kommt der Comte Mal".

 


 
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