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  Escorca
 

Escorca

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In der Gemeinde Escorca leben nur etwa 300 Menschen. Zu dieser Gemeinde gehören Lluc, Escorca, Sa Calobra, Cala Tuent. Die Bewohner dieser Ortschaften nennen sich in der mallorquinischen Heimatsprache „lluquer“, „calobrí“ und „tuenter“ (die weiblichen „lluquera“, „calobrina“ und „tuentera“). Damit ist die Gemeinde an der Nordwestküste Mallorcas die Gemeinde mit der geringsten Einwohnerdichte auf der ganzen Insel. Die Gemeindeverwaltung steht unter göttlicher Beobachtung. Die wenigen Angestellten der Gemeinde sitzen in Räumlichkeiten, die im Kloster Lluc untergebracht sind. Ob dadurch die hier getroffenenen Entscheidungen allerdings immer die Richtigen sind, werden eher die Zeit und die Geschichtsbücher zeigen. Gleichzeitig gibt es aber auch eine Herberge, ein Museum, ein Archiv, ein Internat, Restaurants und Geschäfte. Allerdings ist das Bauwerk kein Kloster oder ein Hotel, sondern wie aus guten Kreisen zu hören ist "Ein religiöser Herbergsbetrieb". Dazu gehört aber auch ein schöner Außenpool. Fast 20.000 Übernachtungen waren es im letzten Jahr.

Das Gesamtbild von Escorca dominieren eine wunderschöne Felsküste mit kleinen Gebirgsflüssen und natürlich die vielen Bergstraßen, die mit Serpentinen einen Höhenunterschied von gut 800 Metern bewältigen. In der Gemeinde findet der Urlauber vier Berge, die höher als 1.000 Meter sind. Der Puig Major mit seinen 1.443 Metern ist gleichzeitig der höchste Berg Mallorcas. Der Ursprung des Ortsnamens soll vom römischen Wort "skulka" „Ort der Wache“ abstammen. Und wo kann man besser Wache halten als auf einem hohen Berg. Auch das spanische Militär weiß so etwas und hat auf der Kuppe seine Stellung bezogen. Wer den Gipfel einmal besuchen möchte, muss vorher einen Antrag beim Kommandanten stellen. Geben Sie auf jeden Fall einen triftigen Grund mit an. Sogar per Email ist das möglich. Viel Erfolg dabei. 


 Geschichte der schwarzen Madonna

  
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Nach der Reconquista, als die Christen unter Jaume I. Mallorca zurückerobert hatten, verlor ein arabisches Ehepaar seinen Hof in den Bergen der Tramuntana an die neuen Herrscher. Um überleben zu können, wechselten sie zum christlichen Glauben und ließen ihre Kinder taufen. Der kleine Lukas (mallorqui: Lluc) war für die Ziegen und Schafe als Hirte zuständig. Eines Tages nahm Lluc im Gestrüpp ein seltsames Leuchten wahr. Neugierig pirschte er sich heran und entdeckte eine kleine Marienfigur. Er war sehr erstaunt, hatte doch die Figur die gleiche dunkle Hautfarbe wie er. Aufgeregt brachte er die Madonna zum damaligen Pfarrer der Kirche Sant Pere von Escorca.

Als sich am nächsten Tag die Geschichte, wie mit dem Tramuntana-Wind verbreitete, kamen alle Gläubigen, um das Wunder zu sehen. Aber sie war verschwunden. Am selben Tag noch fand Lluc die Figur an gleicher Stelle wie zuvor wieder. Er brachte sie erneut zurück, der Pfarrer stellte die schwarze Madonna wieder in den Erker, um am nächsten Tag erneut festzustellen, dass sie wieder verschwunden war. Sehr oft wiederholte sich das Spiel, bis dem Pfarrer ein Gedanke kam: Die schwarze Madonna wollte dort bleiben wo Lluc sie entdeckt hatte. Zu Ehren der Madonna wurde an der Stelle eine Kapelle errichtet. Der heutige Wallfahrtsort, die
Einsiedelei Nostra Senyora de Lluc, wurde im Jahre 1260 mit der Grundsteinlegung errichtet und wird heute von Mönchen des Heiligen Herzens bewirtschaftet.

Kurz vor der Siesta am Mittag kommt man in den Genuss einer besonderen Attraktion des Klosters: Jeden Tag in der Woche (nicht während der Schulferien) singen um 11:15 Uhr die berühmten Sängerknaben, die "blauen Jungs" von Lluc. Der "Coro Blavet" (Chor der Blavet) besteht seit über 500 Jahren und gehört zur Singschule des Kloster.  Seit 2006 werden aber auch Mädchen gerne aufgenommen.

Ein seit einigen Jahren kostenpflichtiger Parkplatz nimmt die (manchmal) vielen Besucherfahrzeuge auf. Das Parkgeld wird genutzt um das Amwesen zu erhalten. Residenten zahlen 2 €, Touristen müssen 6 € berappen. (Stand Sept. 2013)

Um 1930 herum lebten in dem kleinen Dörfchen Sa Calobra nur etwa 30 Bewohner. Wer das Dorf verlassen wollte, konnte es am Einfachsten über das Meer machen. Wer aber gut zu Fuss war, der ging über Stock und Stein, beschwerlich und sehr gefährlich, durch den Torrent de Pareis und über die höchsten Berge der Tramuntana. Nur so war es möglich, den nächsten Ort Escorca zu erreichen. Escorca war damals ebenfalls noch ohne ein direktes Zentrum. Nur ein kleines Kirchlein aus dem 13. Jahrhundert mit einigen wenigen Bauernhöfen waren bislang die ganze Gemeinde.

   
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Unklar ist bis heute, warum die halsbrecherische Serpentinenstraße mit zwölf Haarnadelkurven gebaut wurde. Sicher nicht, um den wenigen Einwohnern den Weg zu erleichtern. Viel wahrscheinlicher ist es, um den Schmugglern den Zugang leichter zu machen. Ohne jeglichen Einsatz von Maschinen wurde diese Straße von 14 Kilometern Länge von Hand gebaut. Das Meisterwerk der Straßenbaukunst wurde von dem italienischen Ingenieur Antonio Paretti geplant und 1932 ausgeführt. Paretti konnte zwei Dinge nicht leiden: etwas so Erhabenes wie in sich ruhende Berge zu verschandeln und schroffe, steile Kurven. Da diese Straße ohnehin nicht schnell befahren werden kann, hat jeder, der sich hinunter wagt reichlich Zeit, den umweltfreundlichen Straßenbaugedanken Parettis Meter für Meter zu folgen. Fast von jeder Stelle der Straße sieht man vier Straßenbänder.

Dieses Wirrwarr bietet aber jenes sanfte Gefälle bis hin zu seinem Meisterstück: dem Krawattenknoten. Auf Höhe von Sa Moleta gab es keine andere Möglichkeit, dem gegebenen Gelände so zu folgen. Also ließ er die Straße um sich selbst kreisen. Morgens beim Krawattenbinden sagen die alten Einwohner noch immer: Vorwärts geht`s nicht runter aber vielleicht rückwärts. Also ließ Paretti die Straße ohne Stützpfeiler bauen, nur mit der Brücke am Nus de sa Corbata (Nudo de la Corbata), dem „Krawattenknoten“ mit der 270°- Kurve. Ganz im Sinne des Erfinders hatte die Straße ihren Weg durch die Berge gefunden. 31.000 Kubikmeter Fels trugen die Arbeiter damals ab, um sie dort wieder aufzufüllen, wo die Straße Polster brauchte. Hinzugefügt wurde nur Teer als Bindemittel.

Der Gemeinde Escorca obliegt unter anderem auch der mittlere Teil der Serra de Tramuntana. Da die Gesteinsformationen in der Vielzahl aus kalkhaltigen Materialen besteht, hat das Regenwasser weitläufige Pflugscharen gebildet, mit Felsen, deren Furchen bizarre Formen ergeben. Die Sturzbäche haben tiefe Wasserleitungen ausgehöhlt, wie zum Beispiel den Torrent des Pareis, sa Fosca den Torrent de Lluc oder auch den Torrent des Guix al Salt de la Bella Dona. Ebenfalls in dieser Gegend findet der Wanderer auch spektakuläre Höhlen wie zum Beispiel die Cova de sa Campana oder die Cova de ses Bruixes und andere unterirdische Formationen.

Steineichenwälder mit der dazugehörenden Fauna und Flora sind hier sehr häufig zu finden. Aber auch einige Wälder mit Eiben oder einfache Grasflächen, welche meistens in den Tälern liegen, erfreuen nicht nur den Landschaftsgärtner, sondern auch die Betrachter dieser schönen Gegend. Einige Pflanzen gibt es sogar nur hier auf diesem winzigen Fleckchen im Tramuntana Gebirge.

Binifaldó, Albarca, ses Tosses, Mortitx, Turixant und Mossa sind große landwirtschaftliche Besitztümer und Herrenhäuser. Einige haben selbst heute noch einen Wachturm, der aber wohl nur noch für Wohn- oder Ausstellungszwecke dient. Piraten sind ja erst wieder seit kurzer Zeit in Deutschland unterwegs )

Andere Schätze dieser Gemeinde sind einige Schneehäuser, die auf einigen Berggipfeln zu finden sind und natürlich die Wachtürme. Na Seca, Morro de Tuent, sa Calobra und den Torre de Lluc sind absolut sehenswert.

Freunde der sakralen Architektur besuchen gerne die Kirche Sant Pere d´Escorca. Die Kapelle "Sant Llorenc de Tuent", die auf dem "Coll de Sant Llorenc" steht, diente viele Jahrhunderte als Handelspunkt. Erst nach dem Bau der berühmten Strasse verlor die Kapelle ihre Bedeutung. Heute ist die Kirche nur einmal im Jahr geöffnet. Am 10. August feiert die gesamte Gemeinde zu Ehren des Dorfheiligen eine Messe und anschließend ihr Dorffest. In der Nähe findet der Wanderfreund auch den Torre de Sa Mola de Tuent. Erbaut wurde der Wachturm im Jahre 1579. Durch die vor einiger Zeit durchgeführte Restaurierung ist der Torre in einem sehr guten Zustand. Etwas höher steht der leider fast komplett zerfallene "Torre des Bosc". Als wichtigstes Heiligtum auf der Insel gilt aber insbesondere das Kloster Lluc.

Escorca ist die einzige Gemeinde Mallorcas, die keinen eigenen Ort oder einen Ortskern hat. Das wenige was entfernt an eine bewohnte Gegend erinnert sind die Gebäude um den großen Platz in Lluc und das kleine Örtchen Sa Calobra.

Die Templer (Orden der armen Ritter Christi) spielten in der Geschichte der Gemeinde eine große Rolle. Unter Jaume I. waren diese im Jahr 1229 an der christlichen Invasion der Insel Mallorca beteiligt. Nachlesen kann man, dass als Dank für die gelungene Eroberung die Templer neben 525 Pferden auch mehr als 350 beträchtlichen Ländereien in Escorca,
Montuiri und Pollenca bekamen.

Cala Tuent
   
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Die Cala Tuent liegt zwischen den beiden Landspitzen Morro des Forat und Penyal Foradat. Der Strand der Cala Tuent, der Platja de Tuent, hat eine Länge von 180 Meter, die mittlere Breite beträgt 55 Meter. Kiesel, Steine und kleine Sandflächen wechseln sich ab. Durch die langgestreckte Wasserfläche des Meereseinschnitts besteht eine moderate Wellenbewegung innerhalb der Bucht. Die Wasserqualität ist ausgezeichnet. Außerhalb der markierten Schwimmfläche gibt es kältere, zum Teil starke Strömungen. Die Bucht wird nicht durch Rettungsschwimmer überwacht. Der Bootsverkehr ist minimal.

Der bekannte katalanische Maler Joaquim Mir i Trinxet (1873-1940) hat in Sa Calobra viele seiner bedeutensten Werke gemalt. Einige seiner Gemälde sind heute im Museum Es Baluard in Palma de Mallorca zu sehen.

Die Festtage in Escorca sind: 


 

Sant Pere am 29. Juni


Sant Llorenç am 10. August

Concert Coral (Chor Konzert) am zweiten Sonntag im Juli

Diada de Lluc am zweiten Sonntag im September

 
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