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  Felanitx
 

Felanitx


Felanitx ist eine kleine Gemeinde, die im südöstlichen Teil von Mallorca (Serres de Llevant) liegt. Im Jahr 2011 hatte Felanitx etwa 18.500 Einwohner. Gegründet wurde der Ort im 11. Jahrhundert von den Mauren. Die Römer gaben dem Ort seinen Namen. "Fenalicius" bedeutet so viel wie "Der Ort wo man Heu macht". Wer in dieser Region unterwegs ist, sieht schon von Weitem die vielen, leider noch nicht renovierten Mühlen. Sie tragen mit ihrem Aussehen auf jeden Fall ihren Teil zur unverwechselbaren Silhouette des Ortes bei.


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Die Araber stellten im 11. Jhdt. bereits die berühmten Keramikkacheln, die Azulejos, her. Der Name leitet sich vom arabischen Al Zulaij ab, was kleiner, polierter Stein bedeutet. Die Azulejos stammen ursprünglich aus dem persischen Raum, sind aber in der heutigen Zeit wieder häufiger an Wohnhäusern oder an öffentlichen Gebäuden zu sehen.

  
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Die Wiedereroberung von Felanitx durch Jaume I. fand im Jahre 1240 statt. Heute leben die Bewohner hauptsächlich von der Landwirtschaft und durch Urlauber, die aus den Tourismuszentren der Umgebung den Ort besuchen. Allerdings ist der Kapern- und Aprikosenanbau auch heute noch ein wichtiger Agrarartikel. Noch mehr allerdings ist der Wein Haupteinnahmequelle. Etwa 75 % des mallorquinischen Weißweins kommen aus der Gegend rund um Felanitx. Trotzdem wirkt auch heute noch der Ort etwas verschlafen. Aber am heiligen Domingo kommt jede Woche durch den Markt viel Bewegung in die Stadt.


 

 
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Tradition wird hoch gehalten und hat einen besonderen Stellenwert in der Bevölkerung. Man sieht es und manchmal hört man es sogar auch. Wenn die einzelnen folkloristischen Gruppen des Ortes, die Bewohner von Felanitx mit ihren Darbietungen unterhalten, kommen auch viele Besucher von entfernteren Orten der Insel. Sehen und hören können Sie unter anderem auch die Gruppe "S'Estol d'es Gerricó". Mittlerweile nimmt sie nicht nur an fast allen Festen in Felanitx teil, sondern ist inselweit eine gern gesehene Musikgruppe. Ihr Repertoire besteht aus mallorquinischen Volkstänzen und meistens lustigen aber manchmal auch traurigen Liedern.

Oder lauschen Sie den Klängen der Xeremies, Flaviols und Tamborinos (Dudelsack, Flöten und Trommeln), die meistens die Tanzgruppe "Els Cavallets" begleiten. Ein Cavallets besteht immer aus 7 Tänzern, wobei es meistens 6 Jungen und 1 Mädchen sind, ähnlich wie in anderen Orten auf der Insel der "Ball de Cossiers". Während die Jungen Pferdchenfiguren um ihren Körper tragen, legen die Mädchen mit ihrem weißen Rock mit Spitze mehr Wert auf Weiblichkeit. In einer Hand tragen sie einen Basilikumzweig und in der anderen ein reich verziertes Tuch, mit dem sie den Takt angeben. In die Geheimnisse der einzelnen Tänze bin ich nicht eingedrungen, dafür muß man bestimmt Mallorquiner sein.

Neue Brunnen braucht das Land
 
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Auch die "Grup Airos" hat sich der Folklore verschrieben. Alles ein wenig flotter und moderner, tanzen und singen sie nach populärer mallorquinischer Musik. Noch eine andere ist die Gruppe "Abeniara ", junge Menschen die es sich zum Ziel gesetzt haben, folkloristische Tänze, Musik und traditionelle Bekleidung von Mallorca zu bewahren.

Sind Sie vielleicht am 24. Juli auf der Insel? Denn dann könnten Sie etwas besonderes in Felanitx sehen. Gefeiert wird im Ort das Fest "Sant Joan Pelós". Vielleicht sagen Sie, was ist schon besonderes daran wenn wieder einmal Fest gefeiert wird. Aber meine persönliche Empfehlung fü
r diesen Tag gebe ich gerne an die Leser und Besucher meiner Mallorcaseite weiter.

Denn seit vielen Jahren geht ein Einwohner des Ortes als Johannes der Täufer verkleidet durch die Strassen und Gassen des Ortes. Bekleidet mit einem roten Rock und einer weißen Bluse wandert er durch Felanitx. Über seinen Schultern trägt er einen ebenfalls roten Umhang. Sein Gesicht ist durch eine schöne Maske verdeckt und seine langen Haare gehen bis über die Schultern. Auf einer Tafel, oder einer Inschrift die er in seiner Hand trägt steht "Ecce agnus Dei" (sehet das Lamm Gottes). Gitarrenklänge, Flötentöne und Violinenspieler begleiten ihn bei seinem Gang durch den Ort und "Johannes" macht zu dieser Musik seltsame Bewegungen. Ob das jetzt wieder ein spezieller Tanz ist, entzieht sich meinen Kenntnissen. Gleichzeitig verbeugt er sich in alle Richtungen und mit einem mitgeführten Kreuz zeichnet er allerlei Figuren in die Luft. Meistens wird er von Kindern begleitet, die ihm auf seinem Spaziergang folgen. Der Sinn ist mir aber leider bis heute ebenfalls nicht bekannt. 

Apropo Spaziergang: Bei einem eben solchen habe ich wieder einmal einen der vielen schönen Kreisverkehre auf der Insel entdeckt. Es muss sich ja schliesslich auch nicht immer um ein Kunstwerk handeln, welches den Rotonda schmückt. Obwohl diese alte Dampfwalze so langsam in eine vergängliche Art der modernen Kunst vor sich hinrostet.

Kunst im Kreisel
    
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Am Ostermorgen, also am Sonntag, gehen wiederum andere junge Menschen durch den Ort. Es sind die "Els Salers". Sie musizieren auf ihren Instrumenten und singen dabei mallorquinische Weisen. Sie bleiben gerne stehen, wenn man sie zu einer Empanada oder einem Rubiol einlädt. Sie bedanken sich dafür dann durch ihrerseitigen Gaben von Bonbons oder für die älteren Bewohner darf es auch mal ein Schnäppschen sein. Natürlich wird aus der mitgeführten Flasche auch gerne einmal selbst eine kleine oder größere Wegzehrung genommen. Meistens ist diese "Veranstaltung" schon am Mittag vorbei. Dann wird es bestimmt Zeit, für die Musikanten eine Siesta zu halten.  

Die Pfarrkirche San Miquel

San Miquel (nicht zu verwechseln mit dem Bier) wurde bereits im Jahre 1248 durch Jaume I. errichtet. 1762 wurde die Kirche grundlegend umgebaut. Über eine schön gestaltete Freitreppe erreicht man das Kirchentor. Der Schutzheilige der Kirche ist der Erzengel Michael. Das schöne Hauptportal stammt von Joan Sagrera. Einer der bekanntesten Söhne der Stadt ist Guillem Sagrera. Unter seiner Schirmherrschaft wurde nicht nur eine Kapelle in dieser schönen Kirche gebaut, sondern auch die Kathedrale in Palma und die Llotja entstanden unter seiner Obhut. Im Jahre 1844 passierte während der Osterprozession ein großes Unglück. Eine Mauer stürzte ein und begrub mehr als 400 Gläubige unter sich. Während der Semana Santa (Osterwoche) wird auf der Treppe zur Pfarrkirche des Ortes jedes Jahr die Kreuzigung Christi nachgestellt. Dieses Schauspiel ist eines der bekanntesten und am meisten besuchtesten Darstellungen religiöser Art auf Mallorca. Gleich hinter der Kirche befindet sich die Markthalle. Am Vormittag erhält man hier frischeste Ware.

Markthalle
 

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Treppe neben der Kirche                    Kirchenleben
 
 
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Font de Margalida

 
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Eine schöne Legende besagt, dass dieser Brunnen nie versiegen wird. Bereits seit dem Jahr 1830 sprudelt die Quelle munter vor sich hin. Im Moment (November 2016) wird der Brunnen restauriert. Wir freuen uns bei dem nächsten Besuch ein neues Foto machen zuu können. Hoffen wir einmal für die Einwohner, dass diese kleine Geschichte auch stimmen mag. Gleichzeitig gilt der Brunnen aber auch als Symbol ewiger Liebe. Gehen Sie doch einmal die Stufen zur Quelle hinunter. Ein wenig Vorsicht ist allerdings geboten. Es kann ein wenig holprig und glatt sein. Wenn Sie sich dann in Richtung zur Kirche drehen, bekommen Sie ein unvergessliches Bild des Gotteshauses.


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Wer sich ein wenig im Ort umschaut, wird bestimmt viele schöne und interessante Dinge entdecken. Nehmen Sie sich mehr als nur eine Stunde Zeit, um Felanitx richtig kennen zu lernen. Auch eine interessante Keramikfirma hat in Felanitx ihren Sitz. Den Link zu der Firma findet Ihr in unserer Linkliste unter dieser Adresse: http://www.ceramicasmallorca.com/deu/quisom.html

Mallorquinische Bäuerin                   Steinschleuderer
  
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Die Windmühlen

Etwa 20 Molinas, die leider zum größten Teil noch in einem sehr schlechten Zustand sind, befinden sich in der Umgebung von Felanitx, die Mühlen dienten vormals zur Bewässerung.


 

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Santuari de Sant Salvador

Schon von Weitem ist auf dem Gipfel des gleichnamigen Berges im Osten Mallorcas das Heiligtum Sant Salvador zu sehen.


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Immerhin stolze 509 Meter hoch liegt dieser Wallfahrtsort. Zugegeben, der erste Eindruck ist nicht der Beste, wenn Sie aber genau hinsehen, fallen Ihnen bestimmt einige besondere Dinge auf. Ein alter Ziehbrunnen mit einem Schöpflöffel, ein kleiner Bereich mit verschiedenen Tieren (Puten, Hühner oder Wachteln). Und sofort nach dem Eingang einige verglaste Öffnungen auf der rechten Seite. Wer hindurch sieht fühlt sich versetzt nach Arabien. Ist es etwa Bethlehem mit der Krippe und dem Jesuskind, welches hier dargestellt wird? Sehen Sie ruhig etwas länger hinein, es gibt vieles zu entdecken. Das sehr schöne Retabel wurde aus Alabaster geschnitten und ist die einzige Arbeit dieser Art auf Mallorca. Mönche gibt es hier nicht mehr, nur zwei mallorquinische Pächterfamilien betreiben eine kleine Cafeteria und eine Klosterherberge. Der Weg nach oben führt an einer kleinen Kapelle vorbei und etwas rechts davon steht ein großes Steinkreuz. Wenn Sie oben angekommen sind und nach links schauen sehen Sie einen 37 Meter hohen Turm auf dem eine sieben Meter hohe Christusstatue steht.

 
© Frank Vincentz

Achten Sie bei der Fahrt immer auf die meist vielen Radfahrer. Denn diese nutzen die steile Auf- und Abfahrt zum Training. Ob diese sich, wenn sie oben angekommen sind, dann noch an der Madonnenfigur erfreuen können, ist mir unbekannt. Verehren werden Sie aber bestimmt die sechs Weltmeister-Trikots, die der aus Felanitx stammende Guillermo Timoner in den 50er-Jahren im Steherrennen errang und die heute in einem Vorraum der Kapelle ausgestellt sind.

Castell de Santueri

Machen Sie auf jeden Fall auch einen Abstecher zu diesem Castell. Bereits 100 v.Ch. soll hier ein Wachturm erbaut worden sein. Irgendwann danach im Laufe der Zeit wurde daraus dann eine Festung, diese wurde zerstört und seinem Verfall freien Lauf gelassen. Um 1400 herum wurde es zum Teil wieder aufgebaut, um die Einwohner vor Piratenangriffen zu schützen. Nachdem lange über eine Öffnung für den Tourismus nachgedacht wurde, steht seit kurzem fest, dass in Kürze (Ende Februar 2014) das Castell wieder für den Besucher geöffnet wird/wurde. 2 Jahre haben die Renovierungsarbeiten gedauert. Der Eintritt wird wohl 4 € betragen. Ich freue mich jedenfalls die Burg demnächst auch von innen einmal zu besichtigen.

Castell de Santueri
    
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Kloster-Route Mallorca: Heiligtum Sant Salvador - weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/reisen/reisefuehrer/insel-mallorca/klosterroutemallorca/heiligtum-sant-salvador_aid_21334.html

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