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  Lloseta
 


Lloseta


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Viele Besucher der Baleareninsel kennen Lloseta noch nicht einmal mit Namen. Seit vielen Jahrhunderten lebt das Dorf am Rande der Tramuntana vom Anbau landwirtschaftlicher Erzeugnisse und einigen kleinen Firmen, die ihrem Handwerk nachgehen.

Lloseta ist einfach und urtypisch. Vor einiger Zeit fuhren auf der Hauptstraße noch Autos an Autos. Die jüngeren Dorfbewohner knatterten mit ihren (meist wohl doch frisierten) Motorrollern und Mopeds, dass es einem schon mal angst und bange werden konnte. Vor einiger Zeit wurde dann endlich eine Umleitung gebaut.

Oldtimer unterwegs

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Selten auf Mallorca, aber hier hat es für eine eigene Auffahrt zur Autobahn nicht gereicht. (Man wird es bestimmt verschmerzen können) Die Bewohner des Dorfes, die sich selber Llosetins nennen, benutzen gerne und auch regelmäßig den Zug nach Palma oder Inca. Der kleine Bahnhof wurde frisch renoviert und erstrahlt in neuem Glanz. Er hatte früher einen leicht verblichenen Anstrich in einem Altrosa. Schön wäre es gewesen, wenn man diese Farbe für den Neuanstrich wiedergewählt hätte.

Die Gassen von Lloseta
   
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Einige, die von Lloseta nur die Hauptstraße kennen, finden den Ort vielleicht nicht sehr attraktiv. Wenn der Besucher aber zu Fuß den Ort erkundet und ein paar Treppen hochgeht, befindet er sich in einem urigen Labyrinth von Gassen. Lloseta ist halt ein typischer Ort Mallorcas und seine Einwohner wollen es auch nicht ändern.

Església de la Mare de Déu de Lloseta

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In der Dorfkirche mit dem schönen Namen Església de la Mare de Déu de Lloseta steht eine gleichnamige Skulptur von "Unserer Lieben Frau von Lloseta", die die Einwohner vor vielen Jahren vor einer Hungersnot gerettet haben soll. 1844 wurde mit dem Bau begonnen, der sich dann über 18 Jahre hinweg zog und 1862 beendet wurde.

Das Leben im Ort und in den ansässigen Bars beginnt aber ganz früh. Bevor viele Arbeiter und Handwerker zur Arbeit fahren oder gehen, geniessen sie manchmal ihren Cafe mit Cognac oder einem Ron Amazonas, den man auf Mallorca Carachillo nennt. Als nächstes kommen einige Frauen, die ihren Nachwuchs zur Schule gebracht haben, auf ein kleines Schwätzchen vorbei. Am Nachmittag sitzen meistens ältere Damen und Männer an runden Tischen und spielen Karten oder das beliebte Domino. Die Restaurants in Lloseta sind trotz eines guten Angebotes selten gut besucht. Kaum das mal ein Auswärtiger hier seinen Hunger stillt. Obwohl es sich bestimmt lohnt. Heutzutage sind die meisten Gastwirte froh, wenn sie wenigstens die sonntagsmüden Nichtkocher an ihren Tischen begrüßen können.

Jubeltage für die Wirte sind dann aber die Firas, denn an den Festen sind die Gaststuben täglich überfüllt. Das Fest der Virgen del Coco beginnt am Mittwoch nach Ostern, das Fest der Mare de Déu de Lloseta im September.

Eine kleine und eine wohl nicht so ernst gemeinte Legende sagt, dass man Petersilie säen soll, wenn die Llosetins im September die Fahnen fürs Fest hochziehen. Denn dann soll es garantiert regnen. Farbenfroh und mit schönen Karnevalskostümen wird auch der Karneval gerne gefeiert. Ähnlich wohl wie in anderen Orten auf der Insel auch, begann es hier mit einigen Jugendlichen, die von Bar zu Bar zogen und dabei so gut es halt ging, sangen und tanzten. Natürlich wurde ihr Auftritt in jeder Bar mit mehr oder weniger Alkoholika belohnt und wen wundert es, je länger die Runde durch die Bars dauerte, desto ausgelassener wurden die Auftritte. Heute wird der Karneval vom Rathaus aus organisiert, es findet sogar ein Umzug mit Prunkwagen statt.

Oratorio del Coco
   
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Eine weitere Legende hat einen wohl ernst gemeinteren Hintergrund. Einen guten Kilometer vom Ortskern entfernt, liegt die im Jahr 1878 erbaute Kapelle der Jungfrau von Coco (Oratorio del Coco). Die Überlieferung besagt, dass im 13. Jahrhundert ein maurischer Hirte die Statue der Jungfrau in der Nähe des Torrents von Aumedra fand. In einem Felsen mit einer Vertiefung, der heilende Kraft besitzen soll, legen auch heute noch viele Einwohner des Ortes ihre Finger auf diese Stelle. Der Name ist "Es Didalet" und soll dem Glauben nach vor Gebrechen und Krankheiten schützen. Einmal im Jahr wandern die Menschen zum "Coco", um zur Jungfrau zu beten und anschliessend ein mitgebrachtes Essen zu verzehren. Danach geht man freudig nach Hause, man ist ja jetzt für ein weiteres Jahr gut geschützt. 

Das dörfliche Leben hat eine sehr große und lange handwerkliche Tradition. Bereits im 17. Jahrhundert gab es Schneider und Weber und ein wenig später kamen dann die Schuhmacher hinzu. Sogar heute noch hat Lloseta eine Ikat-Weberei, die die traditionellen mallorquinischen Stoffe herstellt.  Auch wenn man sagt "Schuster bleib bei deinen Leisten" mußten viele Schuhmacher sich in Krisenzeiten von ihrem Handwerk verabschieden. Erst seit man sich auf Berg- und andere Sportstiefel spezialisiert hat, geht es wieder aufwärts mit der Berufszunft.

Lloseta war immer nur ein Dorf, das am Weg lag. Natürlich fuhr man auch schon in Zeiten der Römer mit Pferd und Wagen durch den Ort. In Lloseta münden mehrere Torrente ineinander, dadurch ist und war der Ort immer reich an Wasser.

Torrent de Aumedra
 
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400 Jahre dauerte die arabische Zeit und prägte dadurch natürlich auch den Ort und Umgebung. Auch viele der Natursteinmauern Llosetas gehen auf diese Zeit zurück. Mit ihnen entstanden die Terrassen, auf denen Obst und Gemüse angebaut, aber auch Mandel- und Olivenhaine angelegt wurden.

 

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts förderte man in Lloseta Braunkohle. Mit Sant Antonio und Sant Tomas gab es zwei Förderstollen. Der Schornstein der Mine des Sant Antonio ist noch erhalten, er steht am Ortsende bei der Ausfahrt nach Inca. Und da es ein schönes Denkmal an die Kohleförderung ist hat man vor kurzem noch ein weiteres Denkmal zu Ehren des Schuhmacherhandwerks dazu gesetzt.

Denkmale
   
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Allerdings wurde die Braunkohleförderung mittlerweile wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt. 1966 begann die Portland S.A. ihre Zementfabrikation in Lloseta und von da an wurden viele der Llosetins Arbeiter und Lastwagenfahrer bei dem Zementkonzern.

Als Erinnerung an den Braunkohlebergbau wurde im Jahr 2011 dieses Denkmal im Kreisverkehr bei Lloseta aufgebaut. Zwei Grubenloren mit den Nummern 31 und 69 werden von einem Bergmann mühevoll aus dem Bergwerksstollen geschoben. 

Kunst im Kreisverkehr
   
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