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  Pollenca
 


Pollenca



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Pollenca mit seinen jetzt ca. 16.500 Einwohnern ist sicherlich eine der attraktivsten und schönsten Gemeinden der Insel. Nicht umsonst war es eines der ersten Gebiete, das vom Tourismus erschlossen wurde. Die Landschaft um Pollenca ist reich an Kontrasten und ein großer Teil der Serra de Tramuntana befindet sich innerhalb des Gemeindegebiets. Pollenca hat ein sehr großes kulturelles und künstlerisches Angebot und ein Bummel durch die Gassen wird durch die vielen kleinen Läden, in denen auch handgearbeitete Artikel angeboten werden, sehr abwechslungsreich.

Interessant ist darüber hinaus das Angebot an Musikveranstaltungen, besonders die inzwischen weit über Mallorca hinaus bekannten Sommerfestspiele im Kloster Santo Domingo, die in den Monaten August und September stattfinden. Dann treten hier weltbekannte Stars wie Montserrat Caballé, José Carreras oder Sir Peter Ustinov auf.

Immer wieder schöne Kreisverkehre

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Die Römer landeten im Jahre 121 v. Chr. unweit vom heutigen Alcudia auf Mallorca und gründeten die Siedlung Pollentia. Im 5.Jh. wurde die Siedlung von den Vandalen zerstört und die Überlebenden des Angriffs ließen sich im heutigen Torrent den Sant Jordi nieder. Sie gaben der neuen Siedlung den Namen der Verlorenen: Pollentia, woraus heute das katalanische Pollenca geworden ist. Später, nach Regierungszeit der Araber, wurde die Kultivierung der Gegend fortgesetzt und auch noch heute spürt man im Ortskern den maurischen Einfluß. Auf dem Platz vor dem Portal der Kirche Senyora dels Angeles findet jeden Sonntagvormittag ein bunter Markt statt, auf dem alles zu kaufen ist.

Bei einem Spaziergang durch das Dorf kommt man unweigerlich an dem berühmten Hahnenbrunnen, Placa de Font des Gall, vorbei. Auf einer großen bauchigen Steinvase sitzt ein gußeiserner Hahn, das Wappentier der Stadt. Als echte sportliche Leistung ist der Anstieg auf den Kalvarienberg zu werten. Der Puig de Calvari war einst als Sühneweg gedacht.

No Sports

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Auf dem Weg über 365 Stufen konnte der Reuige am Karfreitag für jeden Tag des Jahres Abbitte leisten. Der nicht so reuige Büßer fährt dann wohl eher mit dem Auto hoch. Für die Mühe wird man nicht nur mit einem herrlichen Rundblick entschädigt, sondern auch die Kapelle aus dem Jahr 1795 und die Figur der Jungfrau von Peu de la Creu erfreuen die Blicke des Betrachters. Die Holzskulptur stammt aus dem 14. Jhdt..

Hier gibt es die beliebten Zungenstoffe
  
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Am ersten Wochenende im August erinnern die Einwohner mit einem Straßenschauspiel an den heldenhaften Kampf gegen die Araber. Empfindliche Ohren seien vorgewarnt, bringen Sie sich am Besten Ohrschützer oder ähnliche lärmmindernde Gegenstände mit. Die Umzüge und Schlachten werden lautstark von Musikkapellen, Kampfgesängen und Feuerwerk begleitet.

Von welcher Seite her der Besucher auch Pollenca erreicht, immer erlebt er die bezaubernde Lage dieses kleinen Städtchens. Die Bucht von Pollenca als natürlicher Hafen machten für die Pollencines den Weg zur See frei und bot den Fischern reiche Fanggründe. Die fruchtbare Ebene um die Gemeinde hat den Bewohnern schon immer eine ertragreiche Landwirtschaft ermöglicht. Es entstanden große Güter, die es auch heute noch gibt.

Kitesurfen bei Regen und Wind

Die Stadtentwicklung Pollencas ist eng mit der Geschichte Alcudias verknüpft. Als Quintus Caecilius Metellus (nein, wir haben den Namen nicht aus Asterix) im Jahre 123 v.Chr. die Insel Mallorca für Rom in Besitz nahm, ging er von seinem in der Bucht von Alcúdia ankernden Schiff an Land. Er berichtet von einer reichen und blühenden Stadt. Unter dem Namen Pollentia blieb das heutige Alcúdia die ganze Römerzeit über Hauptstadt Mallorcas. Im Zuge der arabischen Besitznahme verlor Pollentia seinen Namen und wurde Al Kudia (der Hügel) genannt. Als ab 1400 n. Chr. die Piratenüberfälle aus Nordafrika auf den Inseln zu einer unerträglichen Plage wurden, verließ die Bevölkerung von Alcúdia die Stadt und zog sich weiter zurück, den Schutz des Gebirges suchend. In Erinnerung an das einstige römische Pollentia erhielt die neue Ortschaft den Namen Pollenca.

Nach der Eroberung Mallorcas durch Jaume I. ging ein großer Teil des Gemeindegebiets von Pollenca an den Templerorden, nach dem heute noch eine Straße Pollencas benannt ist. Während der arabischen Besetzung gab es im Gebiet um Pollenca 14 Windmühlen, mit denen Wasser gefördert wurde. Das war die Basis dafür, dass sich die Landwirtschaft in der Zeit nach der sogenannten christlichen Eroberung durch Jaume I. entwickeln konnte. Seit prähistorischer Zeit gab es schon Schafsherden, Schweine und Rinder. Als Erbe aus römischer Zeit blieb der Weinanbau, aus arabischer Zeit die Zitrusfrüchte und die Mandelbäume, später dann kamen der Anbau von Getreide und Hülsenfrüchten dazu. Die Pollencins scheinen fleißige Leute gewesen zu sein. Denn in Zeiten, in denen auf dem Feld nicht viel zu tun war, widmeten sie sich handwerklichen Tätigkeiten. Daraus entstanden die ersten kleinen Handwerksbetriebe. Die Handwerker wie Schmiede, Bäcker, Schreiner sowie Weber gründeten und organisierten sich auch bald in der Art der Zünfte. 1930 wurden dort bereits 500 Einwohner registriert, wo zuvor nur einige wenige Fischerfamilien gewohnt hatten. Die ersten Hotels mit eher familiärem Charakter entstanden. 1940 wurde das erste Tourismusbüro gegründet. Die Besucher waren vorwiegend Engländer und Franzosen. Und von da an war es Schluß mit der Armut der Pollencins. Die Hotels hatten viele weiße Wände und auf einmal wurden Bilder nicht mehr verschenkt, sondern zu guten Preisen verkauft.

Pollensa war ein eher verschlafenes Städtchen, der Tourismus der 60er Jahre hatte der Gemeinde noch nicht das Vermögen gebracht, das wir heute haben.  Die Künstler, die als Gäste nach Pollenca kamen, trafen auf dort ansässige Künstler. Der bekannte Maler Anglada Camarasa hatte aus Paris einen Malstil mitgebracht, der auch die meisten anderen Maler inspirierte. Warum gerade Pollensa? Pollensa war zu damaliger Zeit noch arm und man lebte entbehrungsreich. Aus der Armut entsteht oft Kreativität. Man bezahlte Rechnungen mit Gemälden. In manchem Haus in Pollenca sieht man heute Bilder von unschätzbarem Wert.

Oberhalb des Calvari führten drei tugendhafte, fromme Frauen ein Eremitendasein. Sie sahen eines Nachts auf dem gegenüberliegenden Berg ein Licht, das danach jede Nacht immer wieder auftauchte. Daraufhin schalteten die Frauen den Rektor von Pollenca ein, der mit Stadtpfarrern auf den Berg stieg, um die Herkunft des Lichts zu erkunden. Sie fanden zwischen Felsbrocken und Gras eine Marienfigur. Sie entschieden sich, diese in der Pfarrkirche von Pollenca aufzustellen. Doch sie ließ sich nicht bewegen, auch nicht von acht starken Männern. Die beteiligten Geistlichen und Bürger von Pollenca nahmen das als göttliches Zeichen hin und beschlossen, an diesem Ort der Eingebung eine Kapelle zu errichten. In den Stadtarchiven ist verzeichnet, daß von den Räten im Jahre 1348 der Bau der Marienkapelle angeordnet worden ist. Insgesamt 20 fromme Klosterfrauen zogen in die Ermita und gründeten dort oben, hoch auf dem Berg, eine Schule.

Jedes Jahr am Ostermontag ziehen die Pollencins mit einem Korb zum Puig de Maria. Alle 50 Jahre einmal wird die Jungfrau Maria in die Stadt getragen. Pollenca wird geschmückt und überall fein geputzt, an den Balkonen hängen dunkelrote Fahnen mit goldenen Kreuzen. Die Pollencins begleiten die Statue auf ihrem Weg ins Dorf. Vor kurzer Zeit wurde die Statue von Kunsthistorikern bewertet. Sie wurde vermessen, gewogen und durchleuchtet. Kann man dann endgültig feststellen, ob die Statue auch wirklich aus der Mitte des 14.Jahrhunderts stammt? Aber auch das wird die Frage nicht klären können, warum mitten auf dem Berg zwischen Unkraut und Felsen eine Madonna auftaucht, die ja von irgendeinem Künstler geschnitzt und bemalt worden sein muß. Sicher ist, daß man den Statuen oft die Gesichter schwärzte, damit sie den islamischen Besetzern nicht zum Opfer fielen. Manche wurden auch an Orten versteckt, an denen ihre Gesichter mit den Jahren dunkel wurden.

Auf die Frage, warum die Jungfrau dieses Jahr - im Gegensatz vor 650 Jahren - so leicht zu bewegen war, gibt es eine einfache Erklärung: Sie ist sicher, daß sie von Pollenca bis nach Port de Pollenca durch alle Kirchen ziehen kann und immer wieder zu ihrem Standort zurückkommt. Über die Untersuchungen der Kunsthistoriker, die vermuten, daß sie schon 100 Jahre älter ist wie zumindest mal gedacht war, kann sie nur lächeln. Mit der ihr eigenen gegebenen Milde.

Traditionell zu Sant Antoni (17. Januar) wird jedes Jahr ein Pinie zum Opfer der Axt. (Na ja, es kann auch eine Motorsäge sein.) Nachdem der Stamm von seiner Rinde und allen Ästen befreit worden ist, wird er großzügig mit Schmierseife eingerieben. Meistens sieht man die Pinie auf der Plaza Vella. Am Nachmittag versuchen dann die jungen männlichen Einwohner des Ortes den Baum zu erklimmen. Meistens ist der Holzstamm über 20 Meter hoch und das klettern ist auch nicht ganz ungefährlich. Der Kletterer welcher als Erster oben ankommt, berieselt die unten stehenden Zuschauer mit Konfetti. Außerdem wartet noch eine weitere Belohnung auf den besten Kletterer. An der Spitze des Stammes hängt noch ein Korb, in dem sich traditionell ein lebender Hahn befindet. Der Hahn ist bekanntlich das Wappentier des Ortes. Wer mag, kann ein gleiches Spektakel auch in Port d`Pollenca sich anschauen.


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Für weitere Information nutzen Sie bitte den nachfolgenden Link direkt zum Rathaus von Pollenca.

 

 
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