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  Portol
 

Portol


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Irgendwie zieht es mich und meine LAG immer wieder zu den Ollerias. Soll heißen, jedesmal bei unseren Besuchen gehen wir schwer bepackt aus den ansässigen Töpfereien. Es macht aber auch einen riesengrossen Spass, den Töpfern bei ihrer Arbeit zuzusehen und danach mit den schönen Tonwaren nach Hause zu fliegen.

Das Töpferhandwerk hat auf Mallorca ja eine bekannterweise lange Tradition. Ein Ort, in dem sehr viel Tonwaren gebrannt werden, ist das hübsche Städtchen Portol in der Gemeinde Marratxi.
Als „Terra del Fang“ – „Heimat des Tons“ ist die Gemeinde Marratxí bekannt. Bis heute sind in der Gemeinde die renommiertesten Töpfer Mallorcas ansässig. Meiner Meinung nach gibt es aber hier in Portol die besten Tonwaren zu kaufen.

   
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Wer hier wohnt, lebt ein beschauliches Leben. Jeder kennt noch jeden, als Fremder wird man freundlich begrüßt. Und es lohnt sich auf jeden Fall, eine Zeit in diesem hübschen Örtchen zu verweilen. Entdecken Sie die kleinen Gassen mit ihren harmonischen Türen und Fenstern. Irgendwann kommen Sie auf jeden Fall an einer Olleria vorbei. Gehen Sie doch mal hinein und mit ein wenig Glück können Sie einem Meister seiner Zunft bei der schönen Arbeit zuschauen. Die Hände des Künstlers sind meist tonverschmiert und nach einiger Zeit entstehen die schönsten Gegenstände, die Ihr aber erst nach dem Brennvorgang mitnehmen solltet.

Kunstwerke aus Ton - Vom Meister gefertigt
     
   
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In den ortsansässigen Brennöfen wird mit einer Brenntemperatur von cirka 1000 Grad gearbeitet. Zwar ist durch die hohe Temperatur und das damit verbundene Brennen der Ton immer noch porös, aber durch die danach aufgebrachte Glasur werden die Erzeugnisse wasserdicht. Die grundsätzlich braunen Greixoneras sind aus der Küche Mallorcas nicht mehr wegzudenken. (Auch wir benutzen immer gerne dieses Tongeschirr) Genau wie die typischen Ollas (daher auch der Name der Tonbrennereien), in denen die vielen verschiedenen mallorquinischen Suppen gekocht werden. Geschirr aller Art, Krüge, Kannen und vieles mehr werden heute immer noch in den Töpfereien des Ortes hergestellt und manchmal vor Ort auch verkauft. Es gibt aber auch unglasierte Gegenstände zu kaufen. Woanders auf der Welt ist es dann Terrakotta, auf Mallorca heissen sie aber „Terrissa“.

Wahrscheinlich am Bekanntesten sind die kleinen Tonfiguren, die als „Siurells” bezeichnet werden. Haben Sie schon einmal einen Siurellverkäufer in Aktion erlebt? Wenn der "Pfeifenheini" schöne und manchmal auch schiefe Töne aus den bunten Pfeifen herauslockt, gehen bei vielen Touristen die Taschen und Geldbörsen auf, um dann dieses kleine Kunstwerk als Mitbringsel mit nach Hause zu nehmen. Ein kleiner Tipp von mir, versuchen Sie es besser vorher einmal selbst, mit dem Teil Töne zu erzeugen. Wenn es nicht sofort funktioniert, nicht gleich den Mut aufgeben. Irgendwann wird es bestimmt klappen.

Siurells

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In Portol geht die Töpfertradition sogar bis in das 18. Jahrhundert zurück. In dieser Zeit wurden die ersten Töpfereien mit ihren Brennöfen eröffnet und es entstand ein Handwerk, das immer wieder in den Familien weitervererbt wurde.

Impressionen aus Portol
     
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Wer zum ersten Mal die Schalen, Schüsseln und Töpfe aus Ton in einem der Museen auf der Insel betrachtet, wird bestimmt beeindruckt sein. Die von Hand aufgebaute frühe Keramik ist von ihrer Form und Gestaltung her absolut vollkommen. Gegenstände aus gebranntem Ton zählen zu den frühesten handwerklichen und künstlerischen Zeugnisse der Weltgeschichte. Auf Mallorca schreiben die Historiker die ersten Gebrauchsgegenstände aus Ton der Jungsteinzeit zu. In dieser Zeit, die heute gerne als primitiv oder unzivilisiert bezeichnet wird, verfügten die Menschen offensichtlich doch schon über gewisse Kenntnisse und ein vollendetes Formgefühl. Sie verstanden es, die künstlerische Idee mit den Notwendigkeiten des Alltags in Einklang zu bringen. Die Künstler der Frühgeschichte waren erfinderisch, fleissig und zugleich auch sehr penibel. Sonst hätten die Formen in dieser Perfektion wohl niemals entstehen können.

In der Ebene rund um Portol gab es nicht nur die ideale Erde als Ausgangsmaterial für irdene Töpfe, sondern auch viele grosse Mandelplantagen. Mit den harten Schalen der süssen Kerne wurde nämlich über viele Jahrhunderte hinweg das Feuer für die Brennöfen in den Töpfereien entfacht. Heute sagt man dann dazu, nachwachsender Brennstoff.

Während der arabischen Zeit entstand eine Vielfalt an Formen und auch Verzierungen. Die Araber brachten Glasuren, wie z. B. die gelbe Grundglasur auf die Insel, die bis heute erhalten geblieben sind. Auch die Keramik, die beim Hausbau verwendet wird, unglasierte Terrakottafliesen, die Regenrinnen und die Abflussrohre sind aus Ton und arabischer Ursprungs. Die Araber führten auf ihren Schiffen auch die "Alfabias" mit. Das sind die grossen bauchigen Steinkrüge, die man manchmal auch in den Patios von Palma sehen kann. Wunderschöne und dekorative Zierstücke und gleichzeitig nützliche Behälter. Verwendung fanden sie aber auch als Vorratsbehälter in den Speisekammern auf den grossen Possesionen (Landgüter).

Überall dort wo die Römer den Menschen ihre Kultur aufzwangen, tauchten auch die Töpferscheiben auf. Die bis dahin von Hand aufgebaute Keramik verschwand mehr und mehr. Alles hat nur noch ein und dieselbe Form. Amphoren beherrschten die Töpfereien. Manchmal findet man bei Ausgrabungen auch heute noch Teile von Amphoren. Dann wird versucht, die Einzelteile in mühevoller Handarbeit wieder in die Ursprungsform zu bringen. In den Museen der Insel gibt es viele derartige Ausstellungsstücke zu sehen.

Nach der Reconquista bemühten die christlichen Eroberer sich sehr, die Wiege der mallorquinischen Töpferei in die Zeit nach König Jaime I. zu verschieben. Das  gelang jedoch angesichts der reichen Hinterlassenschaft der Vorfahren nicht. Doch die Blütezeit der Töpferei war zu Ende. Aus China kam kostbares und begehrtes Porzellan. In den Stadtpalästen Palmas, bei den Adeligen und Kirchenmännern aß man von nun an vom ausländischen Porzellan und benutzte dazu Tafelsilber.

Noch in den 60er Jahren formten die Töpfer von Portol hauptsächlich Greixoneras und Blumentöpfe. Doch mit dem Massentourismus kam auch die Massenproduktion von Souvenirs. Aschenbecher, Serviettenhalter und Leuchter mit reichlicher Verzierung wurden die neuen Verkaufsschlager. Der Umsatz von Greixoneras war rückläufig. Der moderne Dampftopf hatte die gute alte Schüssel aus Ton verdrängt. Erst in den letzten Jahren werden die klassischen Tonprodukte wieder mehr hergestellt. Trotzdem sind heutzutage nur etwa 30% der Gegenstände, die in Portol zum Verkauf angeboten werden, von den ortsansässigen Handwerkern geformt, gedreht, glasiert und gebrannt worden. Die Töpfer sehen es gelassen und wissen auch: Portol bleibt Portol.

Der Töpfer und sein Arbeitsplatz

 
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In der restaurierten ehemaligen Mühle “Es Molí de Sa Cabaneta“ befindet sich das Keramikmuseum "Museu del Fang". Über 900 Exponate sind dort zu sehen. Das Museum konzentriert sich vor allem auf traditionelle Tonerzeugnisse aus Mallorca. Höhepunkt des Museumsbesuches ist es für jeden Besucher jedoch, selbst in der Töpferwerkstatt mit Ton arbeiten zu können. Das Museum erwirbt ständig neue Töpfereigegenstände von Künstlern im Ruhestand oder von bereits verstorbenen, wichtigen Töpfern, um die Erinnerung und die Geschichte des wichtigen Handwerkszweiges "Töpferei" lebendig zu halten.

 

 

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