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  Ramón von Pujol
 

Ramón von Pujol

Ein Mann, welcher Ramón von Pujol hieß, hatte drei Söhne. Der Älteste sagte zu seinem Vater: »Mein Vater, ich will gehen und die Welt sehen.«

»Es ist gut«, sagte der Vater. Und er gab ihm ein Brot und einen Käse mit.

Der Sohn ging fort, über den Coll des recó und als er den Sattel überschritten hatte, traf er einen Bettler und eine Bettlerin, und sie sagten zu ihm: »Brüderchen, um der Liebe Gottes willen, willst du uns ein Almosen geben?«

Er aber hörte sie nicht an und ging seines Weges. Auf dem Weg ins Tal traf er wieder einen Bettler und fragte ihn: »Weißt du nicht, wo ich eine Herberge finden kann, um die Nacht zu verbringen?«

»Ja«, sagte der Bettler, »weiter unten, bei dem Haus des Zolleinnehmers, seht Ihr ein Haus mit einer Palme davor. Geht hin, klettert auf die Palme und wartet bis zum Abend, bis der Riese, der darin wohnt, weggeht. Dann steigt von der Palme herunter und tretet in sein Haus ein dort werdet Ihr alles finden. «

»Gut«, sagte der Mann und ging weiter, ohne dem Bettler gedankt zu haben. Er ging und fand das Haus des Riesen. Er ging auf Fußspitzen, damit der Riese ihn nicht bemerkte, und bestieg die Palme. Am Abend kam der Riese heraus und sagte sogleich: »Ich rieche Menschenfleisch, ich rieche Menschenfleisch, ich werde heute Nacht davon essen! «

Als er den Kopf hob, gewahrte er den Mann auf der Palme. Er schüttelte den Baum, und der Mann fiel herunter. Der Riese teilte ihn in Stücke und aß ihn auf.

Als der jüngste Sohn des Ramón von Pujol sah, dass sein Bruder nicht zurückkehrte, sagte er zu seinem Vater: »Es muss meinem Bruder gut gehen, weil er nicht zurückgekommen ist. Mein Vater, willst du, dass auch ich in die Welt hinaus gehe?«

»Geh nur fort«, sagte der Vater, und er gab ihm ein Brot und einen Käse.

Der jüngste Sohn ging fort. Auch er überquerte den Coll des recó, und als er den Sattel überschritten hatte, traf er einen Bettler und eine Bettlerin. Diese sagten zu ihm: »Brüderchen, willst du uns um der Liebe Gottes willen ein Almosen geben?«

»Ja«, sagte er, »hier nehmt das halbe Brot und den halben Käse!«

»Möge der gute Jesus dich vor dem Riesen bewahren«, sagten die beiden Alten zu ihm.

»Und wo wohnt dieser Riese?« fragte er, und sie antworteten: »Wenn du in diese Richtung gehst und am Haus des Zolleinnehmers vorüber bist, findest du ein Haus, vor dem eine Palme steht. Dies ist das Haus des Riesen. Geh ganz leise hin und steige auf die Palme. Wenn es Abend geworden ist, wird der Riese aus seinem Häuschen herauskommen. Sobald er fort ist, betritt sein Haus, und du wirst alles finden und reich sein.«

Der Sohn dankte den beiden Bettlern und ging in die Richtung, die sie ihm angegeben hatten. Er fand das Haus mit der Palme vor der Tür, kletterte auf den Baum, und als es Abend geworden war, ging der Riese fort, ohne Menschenfleisch zu riechen.

Als der Riese nicht mehr da war, ging der Sohn in das Haus und fand darin viel Geld.

Er füllte seine Taschen, den Korb, den Sack und seinen Hut mit dem Geld, kehrte nach Hause zurück und war nun reich.

 
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