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  Torre de Canyamel
 

Die Geschichte vom Turm Canamel

Es war einmal ein Vater, der hatte zwei Söhne und eine Tochter. Zusammen gingen sie Anfang Juni auf die Felder beim Turm von Canamel, um Korn zu schneiden. Eine Kälbin, die sie mitgeführt hatten, banden sie am Ufer des Torrente von Nana an und begannen zu mähen.

Die Tochter ging zur Quelle von Bagura, um Wasser zu holen, und nahm etwas Wäsche mit, um sie zu waschen.

Es war etwa um neun oder zehn Uhr, als sie drei Männer sahen, die auf der oberen Seite des Bachbettes herabstiegen, die Kälbin losbanden und sie auf der anderen Seite hinter dem Turm wegführten; es waren Mauren.

Als die beiden Söhne sahen, dass die Mauren die Kälbin wegführten, eilten sie ihnen nach, der eine mit seiner Sichel, der andere ohne.

Als sie die Mauren eingeholt hatten, fingen sie Streit mit ihnen an, weil sie die Kälbin wiederhaben wollten, sie aber nicht bekamen. Einer der Mauren schlug mit einem jener Stöcke, die diese Leute mitzuführen pflegen und die spitz sind, den Sohn, der die Sichel hatte. Er betäubte ihn, und er verlor die Sichel.

Während des Streites blies der Turmwächter auf dem Muschelhorn, weil er eine andere Horde Mauren entdeckt hatte, die von der Meeresseite heraufstiegen. Die Männer, die sich mit den Schnittern gestritten hatten, entflohen, und die Mallorquiner aus der ganzen Umgebung kamen zum Turm, um dort Schutz zu suchen.

Als die Brüder beim Turm waren, erinnerten sie sich der Schwester, die Wasser holen gegangen und nicht wieder erschienen war. Sie dachten beim Klang des Muschelhorns an das Mädchen und entschlossen sich, es zu suchen, gemeinsam mit ihrem Vater und den anderen Männern, die zum Turm gekommen waren.

Sie gingen los, und als die Mauren sie sahen, liefen sie davon. Als sie aber an der Mündung des Gießbachs in der Nähe des Strandes bei den Höhlen angekommen waren, ließen sie die Kälbin zurück, weil sie das Tier nicht über das Wasser mitnehmen konnten.

Jene Männer, die den Brüdern nachliefen, fanden das Mädchen, das zum Wasser holen gegangen war, an einen Baum bei der Quelle festgebunden und dem Tod nahe. Die Mauren hatten es an der Quelle entdeckt.

Ihr Vater und die Brüder hoben die Tochter auf; noch lebend wurde sie nach Artá getragen, aber sie starb. Die anderen Männer wollten das Mädchen rächen und liefen den Mauren nach bis zum Ufer des Meeres. Aber die Mauren hatten dort ein Boot bereit und schifften sich ein. Die am Land konnten sie nicht mehr verfolgen, aber sie beobachteten, dass sie zur Höhle des Coloms segelten, wie um zu der Höhe de Hermita zu gelangen, die gegenüber liegt. Auf der Bergeshöhe bemerkten sie, bevor sie das Kap Verley erreichen konnten, dass die Mauren in eine größere Barke umgestiegen waren; im Boot war keiner mehr.

Die Barke segelte davon, und die Männer aus Artá konnten den Tod des Mädchens nicht rächen.

 
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