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  Turmbauer
 

Die Türme der Mallorquiner
(Castellers de Mallorca)

 

Wer kennt sie nicht, die vielen Türme (Torres), die auf der beliebtesten Baleareninsel zu sehen sind. Rund oder eckig, hoch oder manchmal auch nur als kleine Türmchen kaum zu erkennen. Einige sind Jahrhunderte alt, manche haben erst Jahrzehnte auf dem “Buckel”.

Die jüngsten davon sind in der Regel die Mühlentürme. Es gibt auf Mallorca etwa 3000 mehr oder weniger gut erhaltene Windmühlen. Fast kann man annehmen, die Insel ist ein grosses Mühlenmuseum. Natürlich sind diese historischen Bauwerke typische und besondere Merkmale der Insel. Aus dem Fenster im Flieger erkennt der Reisende bereits beim Anflug auf den Flughafen eine große Zahl von meist blau-weiß oder grün-weiß gestrichenen Windrädern.

Was macht die Inselobrigkeit mit den Mühlen nun mit diesem Vermächtnis? Man möchte dieses historische Erbe als Touristenattraktion erhalten. Denn wenn es so weiter geht mit dem Verfall, sind in kurzer Zeit nur noch einige wenige der Bauwerke übrig. Muss der Liebhaber oder Besitzer erst wie Don Quichotte und Sancho Panca, zwar nicht gegen die Mühlen aber gegen die Inselregierung vorgehen? Wir können nur hoffen, dass bald etwas geschieht, um den Verfall zumindest zu stoppen.

Die klassischen Windmühlen sind eindeutig in der Mehrheit. Gefolgt von nur noch wenige Mühlen, die Grundwasser pumpen. Die Zeit der Windräder, die für die Bewässerung der Felder sorgten, ist schon längst vorbei, da der Wasserspiegel immer weiter gefallen ist.

Wie in vielen Ländern, die über eine Küstenlinie verfügen, gibt es natürlich auch noch andere und wirklich wichtige Türme. Sie wissen schon, die Leuchttürme. Insgesamt findet der Urlauber heute 16 Bauwerke, die mit beeindruckender Technik ausgestattet sind.

Und dann sind da die bekannten Torres. Gebraucht als Wach-, Signal- und Verteidigungstürme wurden sie meistens an den Küsten aber auch im Hinterland der Insel gebaut, um den Bewohnern Schutz und Sicherheit zu gewährleisten. Als standhafte Türme dienten sie zum Schutz vor Piratenangriffen oder anderen Überfällen. Die Zahl der gebauten Türme lag wohl etwa bei 80 Bauwerken. Heute sind es aber immerhin noch circa 50. (Nun ja, mehr oder weniger). Zum Glück haben aber bekanntlicherweise auch die Piratenüberfälle am Ende des 19. Jahrhunderts aufgehört.

Häufig vergessen werden dagegen die “Menschentürme”, wie der Mallorquiner sagt “Castells”. Diese aus vielen Menschen “gebauten Türme” sind ein folkloristisches Brauchtum aus dem 16. Jahrhundert, welches ursprünglich wohl aus dem Gebiet um Valencia herum kommt. Dort ist es eine alte Tradition, menschliche Türme bis zu einer Höhe von etwa 15 Metern zu formieren. Türme aus 100 oder noch mehr Menschen sind dabei keine Seltenheit. Auf dem Dia de Baleares 2017 haben wir mehrere verschiedene Bauformen dieser Kunstwerke bewundern dürfen. Hier wurden Höhen von fast 10 Metern erreicht. Ganz oben durften diesmal die mutigsten Mädchen stehen. Nach vorsichtiger Kletterphase standen die jungen Damen ganz oben als Turmspitze und ihre Arme zeigten stolz in Richtung Himmel. Das Publikum bedankte sich mit einem tosenden Beifallssturm. Während der Kletterphase war allerdings spannende Ruhe angebracht, um die Castellers bei ihrer schwierigen Aufgabe nicht zu stören.

Viel Kraft und Mut gehören dazu, dieses menschliche Bauwerk so zu gestalten, noch wichtiger aber sind sorgfältige Planung, Logistik, Strategie und Vertrauen der Beteiligten.

 

Eine Menge Spass und Enthusiasmus war am Tag der Balearen zu spüren. Die für uns Mallorcafreunde immer noch erstaunliche Turmbauvorführung war ein weiteres phantastisches und packendes Highlight dieser Fira. Dia de Baleares 01. März 2017




 
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