Mallorca alles inklusive
  Wandertour Serra d‘Alfabia
 
Wandertour von Robert Marks aus Essen

Abenteuerwandern bei Soller
Überschreitung der Bergkette der Serra d‘Alfabia

1.      Allgemeine Charakterisierung

Mittlerweile ist bekannt, dass es sich auf Mallorca wunderbar wandern lässt und dass Mallorcas Ruf als „Bade- und Partyinsel“ nur eine von vielen Facetten dieser Insel ausmacht, zu denen auch reiche Kulturlandschaften und -schätze gehören. Demzufolge gibt es mittlerweile zahlreiche Wanderführer, in denen selbst abenteuerliche Touren wie die Kletterwanderung durch den Torrent de Pareis akribisch genau beschrieben sind. Gibt es da noch Neues zu entdecken, Touren finden, die noch in keinem der bekannten Führer beschreiben sind? Dies ist in der Tat der Fall. Der Autor möchte hier eine Tour vorstellen, die einen allseits bekannten, ja geradezu berühmten Höhenzug betrifft, ohne jedoch in den einschlägigen deutschsprachigen Wanderführern beschrieben zu sein. Gemeint ist eine Überschreitung der Serra d’Alfabia, jener mehr als 1000 m hohen Bergkette, die den meisten Mallorca-Urlaubern wohl bekannt ist, bietet sie doch sowohl aus der mallorquinischen Tiefebene als auch aus dem Orangental – dem Tal von Soller – einen imposanten Anblick. Und viele Touristen haben die Gärten von Alfabia besucht oder sind mit dem „Roten Blitz“ von Palma nach Soller gefahren. Aber wer ist dort oben schon gewandert und wie kommt man da überhaupt hin?

 

Die hier beschriebene Tour ist freilich nichts für „Wanderanfänger“, sondern richtet sich an den trittsicheren konditionsstarken Touristen, der auch zeitweise wegloses Gelände nicht scheut. Der Liebhaber einsamer Bergpfade wird bei dieser weitgehend unbekannten Tour voll auf seine Kosten kommen, da eine Begegnung mit anderen Wanderern recht unwahrscheinlich ist.

Der Autor hat aufgrund einer eigenen Begehung einen sog. GPS-Track erstellt, der auf Wunsch an Euch verschickt werden kann.

(Bitte kontaktiert den Seitenbetreiber über folgende Emailadresse: mai-essen@gmx.de)

Der Track lässt sich in jedes handelsübliche GPS-Gerät oder Smartphone mit GPS-Modul einspielen und erleichtert die Orientierung im Gelände ungemein. Einen ersten Überblick verschafft das Wanderkärtchen, in dem die Strecke rot markiert ist (die gestrichelte Linie ist der weglose ungefähre Routenverlauf).

 

Es versteht sich von selbst, dass die Tour nur bei sicherer Wetterlage unternommen werden darf und dass genügend Getränke mit dabei sind. Außer während einer Hitzeperiode kann die Wanderung ganzjährig durchgeführt werden.

 

Der Autor wurde auf die Möglichkeit einer Überschreitung der Serra d’Alfabia durch den Kauf eines englischsprachigen Wanderführers (Charles Davis, Walk! Mallorca, North and Mountains, Gardners Books Ltd., 3. Auflage 2009) in der Klosterbuchhandlung Lluc aufmerksam, in dem die Tour enthalten ist, jedoch in der dort beschriebenen Form streckenweise nicht richtig durchführbar ist. Auch im Internet finden sich vereinzelt Hinweise auf eine Überschreitung, die jedoch ebenfalls mit Vorsicht zu genießen sind wie z.B. der Tipp, dass man den Zaun bei den Sendeanlagen „gewaltsam“ überwinden soll, was auch Charles Davis vorschlägt. Hiervon kann jedoch nur abgeraten werden! Es ist besser, einen kleinen Umweg zu machen, um den recht massiven Zaun bei den Sendeanlagen zu umgehen als diesen womöglich zu beschädigen oder daran zu scheitern.

Die Wanderung ist jedenfalls ein echter „Konditionsbolzen“; sie ist aber auf der anderen Seite technisch nicht allzu anspruchsvoll. Trittsicherheit ist natürlich vonnöten, und ab und an benötigt man auch die Hände zum Aufrechterhalten des Gleichgewichts. Aber eine eigentliche Kletterei ist nicht erforderlich. –  Für den Anstieg von Soller, Überschreitung der Bergkette und den Abstieg nach Biniaraix müssen (einschl. Pausen) ca. 8 Std. veranschlagt werden. Von Vorteil wäre, wenn sowohl in Soller (Startpunkt) als auch in Biniaraix (Ziel) ein PKW abgestellt werden könnte. Ist das wie beim Autor nicht möglich, muss leider auf asphaltierten Sträßchen von Biniaraix zum Ausgangspunkt zurückgewandert werden, was dann noch einmal eine Stunde dauert.

2.      Routenbeschreibung

Startpunkt ist der sehenswerte, terrassenförmig angelegte Friedhof von Soller (Cemetiri de Soller, im Wanderkärtchen eingetragen)) am Cami de sa Coma, wo sich auch ein Parkplatz befindet. Am oberen Ende des Friedhofs überschreiten wir den Bach auf einer Brücke und nun geht es zunächst nur leicht bergauf. Wir überqueren ein Sträßchen (Cami de ses Tres Creus) und müssen nun stärker ansteigen. Am bald auftauchenden Abzweig halten wir uns links.

 

Nun geht es teils in Serpentinen kräftig bergauf, mal durch Wald, mal durch Gras- oder Buschland und wir erreichen einen Höhenrücken (Coma Carnicera), auf dem es weiter empor geht. Allmählich weitet sich der Blick und wir genießen erste Fernsichten ins Tal und auf die Bucht von Soller. Der Weg ist meist gut sichtbar; es gibt aber auch einige undeutliche Stellen, sodass wir gut daran tun, auf die Steinmänner, die als Wegmarkierungen dienen, zu achten.

 

Schließlich lässt die Steigung nach und wir erreichen beim Gehöft Sa Serra die Hochfläche von Jovenolles (Pla des ses Jovenolles), wo wir erst mal durchatmen können. Wir gehen links an dem Gehöft vorbei, überqueren eine Schotterpiste und wenden uns bei der nächsten Schotterpiste nach rechts, um die asphaltierte Zufahrtsstraße zu den Sendeanlagen zu gewinnen. Wir folgen nun am besten der Straße, die sich in einem weiten Bogen den Hang hinaufwindet, bis wir auf der Höhe des Kammes einige Wirtschaftsbauten und ein Generatorgebäude erreichen. Wenn wir möchten, können wir auch noch zum höchsten Punkt (Puig de s'Aritjar, 1021 m) bei den Sendemasten hinübergehen.

 

Vom Generatorenhaus gehen wir zunächst ca. 100 Meter auf einem breiten Schotterweg abwärts, biegen dann aber links ab, den Zaun zu unserer Linken (den wir damit umgangen haben). Nun beginnt eine wunderschöne Höhenwanderung, die zunächst rechts unterhalb des Kammes entlangführt. Schließlich erreichen wir den höchsten Punkt der Wanderung, den Puig d’Alfabia (1067 m), zu dem wir einige Meter nach links hinaufsteigen müssen und der mit einer Betonsäule „gekrönt“ ist. Von hier haben wir eine herrliche Fernsicht in alle Richtungen. Wir folgen dem mit Steinmännern markierten Pfad weiter, teils über den Kamm, teil links oder rechts davon, bis er schließlich am Durchlass einer Steinmauer endet. Hier nun wird die Orientierung schwieriger: Zwar sind ab und an Steinmänner anzutreffen, doch führen uns diese nach einiger Zeit in eine falsche Richtung (zu weit nach Westen). Wir müssen darauf achten, auf der Höhe des Kammes zu bleiben, uns also etwas nach links halten, wobei wir den Steilabstürzen natürlich nicht zu nahekommen dürfen. Der Track gibt hier nur die grobe Route vor (gestrichelte Linie im Wanderkärtchen). In der Ferne sehen wir dann unser nächstes Ziel, den Sementer Gran (1013 m), den wir weglos erreichen und auf dem wir letztmalig die Fernsicht genießen. Von seinem Gipfel führt nun wieder ein Pfad hinab zu einem Sattel mit einer Wegegabelung und einer kleinen Schutzhütte. Theoretisch könnten wir hier noch weiter zum Aussichtspunkt (Mirador) Cornador Gran (953 m) gehen, doch soll es für heute genug mit der Fernsicht sein, denn wir haben ja auch noch einen längeren Abstieg vor uns. Wir halten uns an der Gabelung also rechts und steigen zur Alm l’Ofre hinunter (die wir jedoch rechts liegen lassen), wo die „alpinen Schwierigkeiten“ enden.

Bei l’Ofre stoßen wir auf den gut markierten Fernwanderweg GR-221, der uns auf dem kunstvoll angelegten und gepflasterten Pilgerweg durch die Schlucht „Barranc de Biniaraix“ in zahllosen Kehren abwärts führt. Zur Linken beeindrucken die himmelhohen Felswände des Cornador. Schließlich erreichen wir das Talbecken von Soller und das kleine Örtchen Biniaraix. Sollten wir zum Friedhof nach Soller zurückgehen müssen, wandern wir auf dem Cami de Biniaraix geruhsam abwärts, überqueren nach links eine Brücke und folgen der Carrer d’Ozones zum Ortsanfang von Soller. In Höhe einer Brücke (zur Rechten über den Torrent de Biniaraix) gehen wir links in die Avinguda del Pintor Juli Ramis und sofort wieder rechts in die Carrer Pere Serra, die im weiteren Verlauf Carrer de Sant Jaume heißt. Von ihr links weiter in die Carrer de Sant Pere, dann rechts in die Calle Sant Andreu und weiter über den Straßenzug Carrer de Pau Noguera - Cami de sa Coma zurück zum Friedhof. Für den Gang durch Soller leistet ein Stadtplan gute Dienste oder man folgt dem Track per GPS.

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BILDER  (alle Bilder stammen vom Verfasser)

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Das Wanderkärtchen verschafft uns einen Überblick über die Tour:

 

- rote durchgezogene Linie: Wege und Pfade (zwischen Biniaraix und Friedhof Soller asphaltierte Sträßchen)

- rote gestrichelte Linie: weglos, ungefährer Routenverlauf

Ein computeranimiertes 3D-Modell zeigt uns den Charakter der Landschaft: Blick aus dem Orangental auf die Serra d’Alfabia, Blickrichtung Süd. In rot die Wanderstrecke.

Höhenverlauf der Tour: Es geht 1000m hinauf und später wieder hinunter. Auf dem Bergkamm sind nur leichte Gegenanstiege zu bewältigen.

Bild 1:

Unterwegs: Rückblick auf die Sendemasten am Puig de s'Aritjar, auf dem die Höhenwanderung beginnt.

Bild 2:

Am Höhepunkt: Blick vom Puig d’Alfabia (1067 m) auf das Talbecken von Soller.

Bild 3:

Der Autor auf dem Puig d’Alfabia, auf dem eine Betonsäule steht. 

Bild 4:

Der Blick von der Höhe des Kammes zur anderen Seite ist nicht weniger eindrucksvoll: Puig d’Alaro (rechts) und Puig de s’Alcadena (links), dahinter die mallorquinische Tiefebene.

Bild 5:

Im weiteren Wegeverlauf erblicken wir in der Ferne die höchsten Berge Mallorcas: Puig Major (1416m, links) und Puig de Massanella (1368 m, rechts). 

Bild 6:

Blick zurück mit den Steilabstürzen der Serra d’Alfabia.
 

Bild 7:

An dieser Wegegabelung biegen wir rechts ab und steigen zur Alm l’Ofre hinunter.

Bild 8:

Bald sehen wir die Alm im Talgrund. Der kegelförmige bewaldete Berg ist der Puig de l’Ofre. Hinten links mit der hellen Kuppel auf dem Gipfel der Puig Major (militärisches Sperrgebiet).
 

Bild 9:

An dieser Quellfassung stoßen wir auf den Fernwander-weg GR 221. Bis Biniaraix, dem „offiziellen“ Tourende, sind es noch 2 Stunden.
 

Bilder 10-12:

Jetzt geht es auf einem kunstvoll gepflasterten und mit Mauern versehene alten Pilgerweg durch die Schlucht von Biniaraix, einem weiteren Höhepunkt der Wanderung.

  
     

Bild 13:

Geschafft! Wir sind in Biniaraix angekommen und werfen noch einmal einen Blick zurück auf die Steilabstürze des Cornador

 Durch das Anklicken der Bilder könnt Ihr die Fotos in größerer Ansicht sehen.

 
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